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Landtagswahl in Hessen: AfD-Wahlkämpfer bedroht Mann mit Waffe

Ein Anwohner wollte verhindern, dass die AfD im Frankfurter Stadtteil Seckbach Wahlkampf macht. Daraufhin wurde der Mann laut eigener Aussage von einem AfD-Wahlkampfhelfer mit einer scharfen Waffe bedroht. 

Die Polizei ermittelt gegen den AfD-Wahlkampfhelfer Zahid Khan

Die Polizei ermittelt gegen den AfD-Wahlkampfhelfer Zahid Khan

DPA

Zahid Khan ist ein selbsternannter Prophet und Islamkritiker, der mit schrillen Tönen und selbst verlegten Büchern für seine Sache kämpft. Khan betätigt sich in diesen Tagen auch als Wahlkampfhelfer für seine Tochter Mary Khan, die als AfD-Direktkandidatin für den hessischen Landtag antritt. Am Sonntag soll er bei einem Einsatz für die AfD im Frankfurter Stadtteil Seckbach mit einem Anwohner in Streit geraten sein und eine scharfe Waffe gezogen haben, mit welcher er den Mann bedrohte. Das berichten übereinstimmend verschiedene Medien. Demnach bestätigte die Polizei Ermittlungen wegen des Vorfalls, ohne Namen zu nennen.

Anwohner Güven O. schilderte der Zeitung "Junge Welt", wie sich der Vorfall aus seiner Sicht abspielte: Khan sei mit einer Begleiterin in dem Stadtteil unterwegs gewesen, um AfD-Flugblätter zu verteilen und für Kahns Tochter Werbung zu machen. Er, Güven O., habe die Beiden angesprochen: "Ihr bringt Gift in diese Siedlung mit eurem Scheiß. Wir wollen euch nicht hier", sagte er demnach. In der Folge sei die Auseinandersetzung eskaliert und Zahid Khan lauter geworden: "Er machte seine Tasche auf, holte eine Waffe raus und lud durch", sagte Güven O. der Zeitung weiter. "Dann hat er sie auf mich gerichtet, gesagt, dass er mich erschießen wird. Und dass ich der 'Teufel' sei. Als er bemerkte, dass er gefilmt wird, steckte er die Waffe in die Jackentasche."

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Es soll ein Video von dem Streit geben

Auf einem Video, dass der "Jungen Welt" vorliege, soll der Streit zu sehen sein und wie Kahn den Anwohner körperlich bedrängt, aber nicht, wie Khan die Waffe zieht.

Khan bestreitet nicht, dass es einen Streit gegebenen habe, aber er und seine Mitarbeiterin sehen die Sache ein wenig anders: Sie behaupten, dass Güven O. sie massivst beschimpft, bedroht und Khan mit beiden Fäusten "geboxt" habe. Auf mehrere Aufforderungen, Abstand zu halten, habe sein Gegenüber nicht reagiert, sagte Khan der "Frankfurter Rundschau" (FR). "Er wollte uns definitiv weiter angreifen", bezeugte die Mitarbeitern. Daraufhin habe Khan die Waffe gezogen, die jedoch gesichert gewesen sei.

Polizei hat Waffe beschlagnahmt

Ein Sprecher der Frankfurter Polizei bestätigte laut "FR", dass die Schusswaffe später von hinzu gerufenen Beamten beschlagnahmt wurde. Sowohl gegen Khan als auch gegen Güven O. wird nun wegen Bedrohung und Körperverletzung ermittelt.

Zahid Khan gilt als eine der skurrilsten Gestalten in der rechten "Islamkritiker-Szene". In seinen selbstverlegten Schriften berichtet er davon, in geistigem Kontakt mit Gott und dem islamischen Propheten Mohammed zu stehen. Letzterer habe ihm sogar gestanden, den Koran frei erfunden zu haben. Solche Aussagen haben Khan immer wieder Morddrohungen seitens radikaler Muslime eingebracht - und gleichzeitig Bewunderung von Rechts.

tis
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