ANKLAGE Prozess um Zugunglück von Eschede hat begonnen


Nach mehr als vier Jahren hat am Mittwoch in Celle der Prozess gegen die drei mutmaßlich Verantwortlichen begonnen. Angeklagt sind zwei Bahn- Ingenieure und ein Techniker des Radherstellers. Ihnen wird fahrlässige Tötung und fahrlässige Körperverletzung vorgeworfen.

Mehr als vier Jahre nach dem ICE-Unglück von Eschede mit 101 Todesopfern hat am Mittwoch in Celle der Prozess gegen die drei mutmaßlich Verantwortlichen begonnen. Angeklagt sind zwei Bahn- Ingenieure und ein Techniker des Radherstellers. Ihnen wird fahrlässige Tötung und fahrlässige Körperverletzung vorgeworfen.

Sie sollen bei der Einführung des Radsystems für die ICE-Züge die Belastbarkeit der gummigefederten Räder nicht ausreichend geprüft haben. Der Bruch eines Radreifens hatte die schwerste Zugkatastrophe der Bundesrepublik am 3. Juni 1998 ausgelöst.

Zum Prozessauftakt ließ das Gericht weitere Nebenkläger in dem Verfahren zu. Etwa 50 Angehörige von Todesopfern und Überlebende des Unglücks verfolgten den ersten der 22 angesetzten Verhandlungstage.

Die Deutsche Bahn AG sowie die Verteidiger der Angeklagten rechnen im Prozess mit einem Freispruch. Die Gutachten kämen zu dem Ergebnis, dass die Bahn und ihre Ingenieure keine Schuld treffe, hieß es. Der Anwalt der Nebenkläger, Reiner Geulen, sagte hingegen vor Prozessbeginn, es gebe keinen Gutachterstreit. Der geborstene Radreifen habe schon 100 000 Kilometer vor dem Unglück Risse aufgewiesen, die mit dem bloßen Auge erkennbar gewesen seien.


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