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Plötzlich Verteidigungsministerin : AKK versucht, ihren Wechsel ins Kabinett zu erklären

Noch Anfang Juli hatte Annegret Kramp-Karrenbauer die Übernahme eines Staatsamtes abgelehnt. Doch nun ist sie Verteidigungsministerin. In einem Interview versuchte die CDU-Chefin nun, ihren Eintritt ins Kabinett zu erklären - mehr schlecht als recht. 

Schloß Bellevue: Kramp-Karrenbauer zur Verteidigungsministerin ernannt

Die Berufung der CDU-Vorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer als Verteidigungsministerin stößt bei vielen auf Unverständnis und Kritik. Bemängelt wird ihre Unerfahrenheit in Verteidigungsfragen. Unterstellt wird ihr auch, sich auf Kosten der Bundeswehr profilieren zu wollen. Aus der SPD wird der 56-Jährigen "Wortbruch" vorgehalten, weil sie einen Wechsel ins Kabinett bislang öffentlich ausgeschlossen hat, da sie sich auf Parteiaufgaben konzentrieren wolle. Und nun übernehme sie plötzlich das Amt der Verteidigungsministerin.

In einem Interview im ZDF-"heute journal" am Mittwochabend versuchte Kramp-Karrenbauer sich an einem Erklärungsversuch. Sie habe mit ihrem Eintritt ins Kabinett die Bedeutung der Sicherheits- und Verteidigungspolitik unterstreichen wollen.

 "Wir sehen jetzt, dass es wichtig war, deutlich zu machen, dass insbesondere die CDU für eine reibungslose Funktion dieser Regierung sorgt und dass das Thema Sicherheit und Verteidigung zunehmend an Bedeutung gewonnen hat. Und dass es darauf ankommt, das politische Gewicht auch der Vorsitzenden der größten Regierungspartei in diese Arbeit miteinzubringen", fügte sie an. Sie habe sich für den Ministerposten entschieden, um deutlich zu machen, dass die Sicherheits- und Verteidigungspolitik "höchste Priorität" habe, sagte Kramp-Karrenbauer. "Und das kann man am besten dadurch, wenn man als Vorsitzende der größten Regierungspartei auch wohlüberlegt sagt, ich gehe in die Verantwortung in ein Amt, das alles andere als leicht ist."

AKK antwortet ausweichend

Sie werde ihrem Ministeramt von Anfang an "alle Kraft widmen". Auf Nachfrage wollte Kramp-Karrenbauer nicht sagen, wie lange genau sie das Amt ausüben will. "Es ist nicht die Frage, wie lange das ist, es ist die Frage, wie intensiv, wie gut man das macht." Fragen nach ihrer weiteren Karriereplanung beantwortete Kramp-Karrenbauer, die als mögliche Kanzlerkandidatin ihrer Partei gilt, ausweichend.

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Mit Blick auf den Wechsel von Ursula von der Leyen nach Brüssel sagte sie, sie habe sich in den vergangenen zwei Wochen intensiv mit Kanzlerin Angela Merkel beraten und auch "die Situation sehr deutlich neu bewertet".

Noch Anfang Juli hatte Kramp-Karrenbauer in einem "Bild"-Interview betont: "Ich habe mich bewusst entschieden, aus einem Staatsamt in ein Parteiamt zu wechseln."


ivi