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Anti-Terror-Kampf: BKA fahndet öffentlich nach Verdächtigen

Das Bundeskriminalamt BKA sucht mit Hochdruck nach zwei Terrorverdächtigen, die sich nach ihrer Ausbildung in Terrorcamps womöglich wieder in Deutschland aufhalten. Einem ZDF-Bericht zufolge bemüht sich zumindest einer der beiden darum, Sprengstoff für Anschläge zu beschaffen.

Der unter Terrorverdacht stehende Saarländer Eric Breininger befindet sich nach seiner Ausbildung in Terrorcamps womöglich auf dem Weg nach Deutschland. Bundesanwaltschaft und Bundeskriminalamt fahnden seit Donnerstag öffentlich nach ihm und dem Terrorverdächtigen Houssain al Malla. Es gebe Hinweise, dass sich die beiden, die bisher in Afghanistan oder Pakistan vermutet wurden, möglicherweise auf der Reise nach Deutschland befinden, sagte ein Sprecher der Bundesanwaltschaft. Konkrete Hinweise auf geplante Terroranschläge gebe es aber nicht. Nach ZDF-Informationen liegen westlichen Geheimdiensten zufolge allerdings mehrere Hinweise vor, wonach sich der junge Saarländer um die Beschaffung von Sprengstoff bemüht.

Das BKA rechnet den 21-jährigen Breininger und den 23 Jahre alten al Malla zum Umfeld der sogenannten Sauerland-Gruppe und der von Pakistan aus agierenden Terrorgruppe Islamische Dschihad Union (Iju). Die Iju gilt als Drahtzieher der Anschlagspläne einer Terrorzelle, die im September 2007 im Sauerland ausgehobenen wurde. Breininger hatte mit einem der drei verhafteten Männer zusammengewohnt und sich nach Erkenntnissen der Ermittler dann ins Ausland abgesetzt.

Propaganda für den Heiligen Krieg

Das BKA hatte bereits im April vor möglichen terroristischen Aktivitäten der beiden Gesuchten gewarnt und seine nationalen und internationalen Kooperationspartner mit entsprechenden Plakaten versorgt. Kurz danach war eine Video-Botschaft im Internet aufgetaucht, in der Breininger zum Heiligen Krieg aufruft. Den Dschihad-Aufruf bezogen die Behörden bisher eher auf den Kampf in Afghanistan.

Breininger soll zusammen mit al Malla im vergangenen Jahr über Ägypten und den Iran nach Pakistan gereist sein und sich dann im Grenzgebiet zwischen Afghanistan und Pakistan aufgehalten haben. Die Behörden vermuten, dass sie sich in Terror-Ausbildungslagern aufgehalten haben.

Wer Angaben zum derzeitigen Aufenthaltsort der beiden Verdächtigen oder sonstige sachdienliche Hinweise machen kann, soll sich an das BKA (Telefonnummer 0800 / 0130 110) oder jede andere Polizeidienststelle wenden. Die Hinweise werden auf Wunsch vertraulich behandelt.

AP/DPA / AP / DPA