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ANTISEMITISMUSSTREIT: Westerwelle will israelischen Vermittler

Im Antisemitismusstreit zwischen der FDP und dem Zentralrat der Juden in Deutschland will FDP-Parteichef Guido Westerwelle jetzt offenbar einen israelischen Vermittler einschalten.

Im Antisemitismusstreit zwischen der FDP und dem Zentralrat der Juden in Deutschland will FDP-Parteichef Guido Westerwelle nach Informationen der »Bild«-Zeitung jetzt einen Vermittler einschalten. Unter Berufung auf den Parteivorsitzenden berichtete die Zeitung, der Vermittler solle aus Israel kommen.

Westerwelle hält sich derzeit zu Gesprächen in Israel auf. Partei-Vize Jürgen Möllemann und Westerwelle waren in den vergangenen Tagen von verschiedenen Seiten Rechtstendenzen vorgeworfen worden. Westerwelle hatte am Wochenende erklärt, seine Partei wolle sich auch um bisherige Wähler der rechtsextremen Republikaner bemühen.

Möllemann hatte zuletzt in einem Gastbeitrag für die Zeitung »Neues Deutschland« geschrieben, die jüngsten Wahlsiege rechts-konservativer Parteien in einigen europäischen Staaten sei auf eine »Welle des erwachenden Selbstbewusstseins« der Bürger zurückzuführen, die weder ein Rechts- noch ein Linkstrend sei, sondern die »Emanzipation von Demokraten«.

Möllemann hat sich gegen den auch aus den eigenen Reihen kommenden Vorwurf des Rechtspopulismus bereits mehrfach verteidigt, zugleich jedoch seine Kritik am stellvertretenden Zentralratsvorsitzenden der Juden, Michel Friedman, aufrechterhalten. Er hat Friedman (CDU) eine »intolerante und gehässige Art« vorgeworfen. Möllemann schlug in der Sendung ein klärendes Gespräch zwischen ihm und Friedman vor. Eine Entschuldigung lehnte er jedoch mit der Begründung ab, auch Friedman habe sich nicht dafür entschuldigt, ihn einen Antisemiten genannt zu haben.