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CDU/CSU Nur eine von acht übrig: Armin Laschets "Zukunftsteam" ist schon Vergangenheit

Armin Laschet (M.), CDU-Parteichef und Kanzlerkandidat der Union, und sein "Zukunftsteam" im Bundestagswahlkampf
Armin Laschet (M.), CDU-Parteichef und Kanzlerkandidat der Union, und sein "Zukunftsteam" im Bundestagswahlkampf
© Christoph Soeder / DPA
Armins Acht hätten den unglücklichen Kanzlerkandidaten Laschet in letzter Wahlkampfminute noch retten sollen. Daraus wurde nichts. Und nur einen Monat nach Vorstellung der Experten gibt es das "Zukunftsteam" schon nicht mehr.

Was macht eigentlich Armin Laschets "Zukunftsteam"? Anfang September hatte der CDU-Kanzlerkandidat acht Experten vorgestellt, mit deren Hilfe er als Regierungschef die dringendsten Probleme angehen will. Darunter waren etwa Wiebke Winter als Klimaexpertin. Oder die Digitalisierungsstaatsministerin Dorothee Bär. Oder Joe Chialo für Innovationen. Doch keine Woche nach der für die Union desaströsen Bundestagswahl gehört die Gruppe schon wieder der Vergangenheit an. "Vor vier Wochen hat Armin Laschet ein Kompetenzteam für die Bundestagswahl vorgestellt, die sind jetzt wie vom Erdboden verschluckt", zitierte die "Bild"-Zeitung Stimmen aus Fraktionskreisen der Union.

Nur noch Silvia Breher ist übrig

In der Runde, die am Wochenende die Sondierungsgespräche mit möglichen Jamaika-Koalitionspartnern beginnen will, ist mit Silvia Breher (Familie) nur noch ein "Zukunftsteam"-Mitglied dabei. Der Rest der Verhandler besteht vor allem aus CDUlern, die Armin Laschet bei der Kür zum Kanzlerkandidaten unterstützt hatten. Darunter Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier, Gesundheitsminister Jens Spahn und  der gerade für ein paar Monate bestätigte Fraktionschef Ralph Brinkhaus.

Joe Chialo hat in seinem Berliner Wahlkreis nur den zweiten Platz belegt und den Sprung in den Bundestag verpasst. Friedrich Merz, der als Mann für die Wirtschaft hätte fungieren sollen, watscht dafür seine Partei nun mit deutlichen Worten ab: "Die Union hat das thematische Arbeiten verlernt und ist denkfaul geworden", sagte er der Funke Mediengruppe. An ihm selbst habe das natürlich nicht gelegen, der er habe sich "zweimal als Parteivorsitzender beworben, um die Partei inhaltlich-strategisch wieder stärker auszurichten", sei aber gescheitert.

"Zukunftsteam" eine "Notstandsmaßnahme"

Kritik an Laschets "Zukunftsteam" war praktisch unmittelbar gekommen, nachdem er die Experten vorgestellt hatte. Dabei wurde nicht so sehr ihre Expertise in Zweifel gezogen, sondern der Zeitpunkt ihrer Vorstellung, der angesichts Laschets schlechter Umfragewerte auf manche wie Torschlusspanik wirkte. Der Berliner Politikwissenschaftler Oskar Niedermayer nannte es eine "erkennbare Notstandsmaßnahme". Dass die Zukunftsexperten direkt nach der Wahl schon vergessen sind, scheint diese Einschätzung im Nachhinein zu bestätigen.

Quellen: "Bild"-Zeitung, DPA, AFP

nik

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