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Asylpolitik: Olaf Scholz verärgert über Seehofers Rhetorik

"Asylmissbrauch" oder die Drohung mit weniger Taschengeld: Hamburgs Regierungschef geht die Rhetorik aus München zum Thema Asylpolitik auf die Nerven. In der Sache aber liegen der Hamburger Olaf Scholz und der Bayer Horst Seehofer nicht weit auseinander.

Von Florian Güßgen

Olaf Scholz: "Es geht um schnellere, unbürokratische Entscheidungen"

Olaf Scholz: "Es geht um schnellere, unbürokratische Entscheidungen"

Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) steht dem Plan des bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer (CSU), separate Aufnahmezentren für Flüchtlinge ohne Bleibeperspektive aufzubauen, offen gegenüber. Gleichzeitig hat er dem CSU-Chef vorgeworfen, mit seiner Rhetorik ein gemeinsames Vorgehen der Bundesländer in der Asylpolitik zu erschweren. „Es geht um schnellere, unbürokratische Entscheidungen“, sagte SPD-Vize Scholz dem stern. „Dazu gehören auch spezialisierte Aufnahmeeinrichtungen für Flüchtlinge ohne Bleibeperspektive. Aber es geht eben nicht um schlechtere Standards, Drohungen mit Zelten oder weniger Taschengeld. Der Begriff Asylmissbrauch ist verfehlt. Es ist ärgerlich, dass die martialischen Töne aus Bayern das gemeinsame Anliegen überlagern.“