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Baden-Württemberg: Oettinger tritt Teufels Nachfolge an

Die Abgeordneten des baden-württembergischen Landtags haben Günther Oettinger zum neuen Ministerpräsident gewählt. Zwei der Stimmen kamen bei der Wahl offenbar aus der Opposition.

"Meine Stimme ist sicher. Ich wähle mich", hatte Günther Oettinger, der lange Jahre als Kronprinz in Baden-Württemberg galt, vor der Wahl verkündet. Jetzt hat der CDU-Landtagsfraktionschef sein politisches Lebensziel endlich erreicht. Mit 76 Stimmen haben die Abgeordneten im Stuttgarter Landtag Oettinger ins Amt gewählt. Insgesamt verfügt der Landtag über 128 Sitze, davon halten CDU und FDP zusammen 74. Damit stimmten zwei Abgeordnete außerhalb der CDU-FDP-Koalition für den neuen Regierungschef.

Oettinger tritt mit seiner Wahl die Nachfolge von Erwin Teufel an, der am vergangenen Dienstag nach mehr als 13 Jahren sein Amt aufgegeben hatte. Im Frühjahr wird er die CDU auch als Spitzenkandidat in die baden-württembergische Landtagswahl führen. Er hatte sich im vergangenen Dezember bei einer CDU-Mitgliederbefragung um die Nachfolge Erwin Teufels gegen seine Mitbewerberin, Kultusministerin Anette Schavan, durchgesetzt.

Annette Schavan hätte die erste Ministerpräsidentin Baden-Württembergs werden können. Doch die CDU-Basis hatte Günther Oettinger als Erben von Erwin Teufel den Vorzug gegeben. Selbst das schon lange währende Spannungsverhältnis mit Teufel hatten die Chancen des 51 Jahre nicht verschlechtert. Von Kritiker musste er sich wegen der Spannungen oft den Vorwurf des "Königsmörders" gefallen lassen, der Teufel durch Intrigen aus dem Amt gedrängt habe.

DPA/Reuters / DPA / Reuters
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