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Justiz: Barley fordert schärfere Gesetze im Kampf gegen Kindesmissbrauch im Internet

"Sexuelle Missbrauchstaten werden oft im Schatten der Anonymität des Netzes angebahnt", sagt Bundesjustizministerin Katarina Barley – und möchte nun die Strafverfolgung verschärfen.

Katarina Barley mit weißem Jacket

"Das werden wir ändern": Bundesjustizministerin Katarina Barley kündigt schärfere Gesetze an.

DPA

Bundesjustizministerin Katarina Barley (SPD) will im Kampf gegen sexuellen Missbrauch von Kindern im Internet die Strafverfolgung verschärfen. Barley kündigte in den Zeitungen der "Funke"-Mediengruppe vom Montag Änderungen für die Fälle an, in denen Täter nur glauben, mit einem Kind zu kommunizieren und tatsächlich mit verdeckten Ermittlern oder Eltern Kontakt haben. Das sei bislang nicht strafbar, "das werden wir ändern", sagte Barley.

Strafverfolgung soll "effektiver" werden

"Sexuelle Missbrauchstaten werden oft im Schatten der Anonymität des Netzes angebahnt", sagte die Ministerin. Täter gäben sich dabei in Chats oder in Computerspielen selbst als Kinder aus und versuchten so in Kontakt mit Kindern zu kommen. Das könne hart bestraft werden. Barley will aber künftig auch Fälle erfassen, in denen die Täter nur glauben, mit einem Kind Kontakt aufzunehmen. Damit werde die Strafverfolgung "effektiver".

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) sprach sich darüber hinaus für "neue, moderne" Regeln zum Schutz von Kindern und Jugendlichen im Internet aus. Für Täter sei es "noch zu einfach, Kinder und Jugendliche aus sexueller Motivation heraus anzusprechen", sagte Giffey den Zeitungen der "Funke"-Mediengruppe. Anbieter müssten deshalb "ausreichende Sicherungs- und Meldesysteme" bereitstellen. Eltern bräuchten mehr Transparenz darüber, welche Angebote für Kinder geeignet seien und welche nicht. Auch gegen ausländische Anbieter müssten diese Anforderungen künftig durchgesetzt werden. "Dafür werden wir ein modernes Jugendmedienschutzgesetz erarbeiten", kündigte Giffey an.

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ky / AFP