Bayern Beckstein gibt Pauli einen Korb


Die Stoiber-Kritikerin Gabriele Pauli will nicht mehr als Landrätin kandidieren und strebt ein "höheres politisches Amt" an. In in einem möglichen Kabinett Beckstein hätte sie aber wohl keine Aussicht auf eine steile Karriere.

Die Fürther Landrätin und Stoiber-Kritikerin Gabriele Pauli (CSU) strebt ein "höheres politisches Amt" an, schließt aber auch eine neue Aufgabe in der freien Wirtschaft nicht aus. Für eine erneute Kandidatur für das Amt der Fürther Landrätin im Frühjahr 2008 stehe sie daher nicht mehr zur Verfügung, teilte die CSU-Politikerin überraschend in Fürth mit. Keine Angaben machte Pauli darüber, an welches politische Amt sie dabei denkt. In den vergangenen Wochen hatte sie in der CSU-Führungskrise mehrfach betont, sie könne sich vorstellen, als stellvertretende CSU- Vorsitzende zu kandidieren.

Söder sieht's gelassen

CSU-Generalsekretär Markus Söder kommentierte die Pläne Paulis mit den Worten: "Das ist ihre ganz persönliche Entscheidung. Ich nehme das zur Kenntnis." Der bayerische Innenminister und designierte Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU) zeigte sich überrascht von Paulis Erklärung. Zugleich stellte er nach Angaben seines Ministeriums klar, "dass 'ein höheres politisches Amt' aus seiner Sicht weder in einem Kabinett Stoiber noch in einem Kabinett Beckstein in Frage kommt". Pauli hatte mit ihrer Kritik wesentlich zum Rückzug von Edmund Stoiber beigetragen, der im Herbst seine beiden Ämter als CSU-Chef und als bayerischer Ministerpräsident niederlegen will.

In einer Erklärung Paulis heißt es, nach 18 Jahren wolle sie 2008 die Führung des Landkreises Fürth abgeben und sich neuen Aufgaben zuwenden. "Die letzten Wochen haben mir gezeigt, dass es interessante politische und berufliche Perspektiven für mich gibt. Ich kann mir eine Aufgabe in der freien Wirtschaft oder auch in Form eines höheren politischen Amtes vorstellen", erklärte sie. Ihr sei wichtig, ihren Verzicht auf das Landratsamt frühzeitig bekannt zu geben. "Denn allzu oft halten Politiker mit ihren Zukunftsplänen hinterm Berg. Auch hier gehört Offenheit zur politischen Diskussion."

DPA DPA

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