Bayern Lage in Schneegebieten entspannt sich

Nachdem tausende Helfer die ganze Nacht Schnee von Dächern geschaufelt haben, kommt ihnen nun das Wetter zu Hilfe: Es hat aufgehört zu schneien, die Lage entspannt sich etwas.

Vorsichtiges Aufatmen im Katastrophengebiet: In den von den Schneemassen hart getroffenen Regionen Ostbayerns kam vereinzelt die Sonne zum Vorschein, nachdem es bereits am Vorabend aufgehört hatte zu schneien. Allerdings bestand in den betroffenen sechs Landkreisen weiterhin Katastrophenalarm.

Nach Angaben des Innenministeriums in München waren insgesamt rund 6.000 Helfer im Einsatz, um einsturzgefährdete Gebäude sowie Straßen vom Schnee zu befreien. Neuerliche Dacheinstürze wurden zunächst nicht bekannt. Am Vortag waren mehrere Häuser und mindestens ein Hotel vorsorglich evakuiert worden. Die betroffenen Bewohner konnten aber bis Freitagabend wieder nach Hause zurückkehren. In Deggendorf drohte ein Kino einzustürzen. Abhilfe für die Straßen sollten auch elf Schneefräsen bringen, die laut Innenministerium aus Hessen und Thüringen herangeschafft wurden.

"Bei uns kommt zum ersten Mal der blaue Himmel heraus", sagte der Sprecher des Landratsamtes Regen, Anton Weghofer, der Nachrichtenagentur AP. Allerdings gelten in dem Landkreis im Bayerischen Wald noch immer rund 300 Gebäude als einsturzgefährdet. Expertenteams mit Statikern seien auch nachts zur Begutachtung unterwegs gewesen. Bei den öffentlichen oder großen Gebäuden seien bereits 60 Prozent der Dächer geräumt.

Die Straßensituation bleibt dramatisch

Ähnlich stellte sich die Lage im benachbarten Landkreis Freyung-Grafenau dar: Bei den großen Hallendächern seien die Einsatzkräfte "auf einem sehr guten Weg", teilte das Landratsamt mit. Man rechne damit, dass die meisten Großprojekte am Samstag vom Schnee befreit werden könnten.

Allerdings sei die Situation auf den Straßen weiterhin dramatisch. Zahlreiche abgelegene Weiler und kleinere Ortsteile seien schlecht oder gar nicht erreichbar. Der Krisenstab rief die Bevölkerung auf, soweit möglich auf das Auto zu verzichten. Bayerns Wirtschaftsminister Erwin Huber (CSU) reiste am Vormittag nach Passau, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Er bedankte sich bei allen Helfern: "Besser kann Katastrophenschutz nicht funktionieren". Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) und Innenminister Günther Beckstein (CSU) wurden in Deggendorf und Regen erwartet.

Meteorologen prophezeien trockenes Wetter

Unterdessen ist vielerorts Hilfe aus anderen Bundesländern eingetroffen. Hessen schickte fünf Schneefräsen nach Freyung, in Deggendorf werden Schneefräsen aus Thüringen erwartet. Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport sandte sechs Fahrzeuge und acht Mitarbeiter in das Katastrophengebiet, wie ein Flughafen- Sprecher am Samstag mitteilte. Darunter seien zwei Schneeschleudern, ein Radlader und ein Lastwagen.

Die Meteorologen sagten für die kommenden Tage trockenes Wetter voraus. Das für die Katastrophe verantwortliche Schneetief "Oili" löst sich langsam auf, wie der Deutsche Wetterdienst in Offenbach mitteilte.

AP/DPA AP DPA

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