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Bildungsgutachten: Forscher fordern deutschlandweites Kernabitur

Das Abitur soll gerechter werden. Weil die Ansprüche an die allgemeine Hochschulreife je nach Bundesland meilenweit auseinanderklaffen, wollen Bildungsexperten eine deutschlandweite Prüfung einführen. In drei Fächern, je 90 Minuten.

Führende Bildungsforscher haben vorgeschlagen, in allen Bundesländern ein gemeinsames Kernabitur in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch einzuführen. Der Aktionsrat Bildung sprach sich am Mittwoch dafür aus, dass spätestens 2018 alle Schüler in diesen Fächern eine einheitliche schriftliche Prüfung im Rahmen des Abiturs ablegen. Dem Aktionsrat gehören neun renommierte Bildungsforscher an, darunter der frühere Koordinator der PISA-Studie in Deutschland, Manfred Prenzel.

Ein gemeinsames Kernabitur gewährleiste "eine einheitlich hohe Qualität des Abiturs", erklärte der Hamburger Universitäts-Präsident Dieter Lenzen, der das Gremium anführt. Der Aktionsrat empfiehlt den Kultusministern, bereits im kommenden Jahr einen entsprechenden Staatsvertrag abzuschließen.

Jede Prüfung deutschlandweit am selben Tag

Die Ergebnisse der Tests sollen allerdings nur zehn Prozent der Abiturnote ausmachen. Damit wollen die Experten sicherstellen, dass die einzelnen Bundesländer und Schulen flexibel bleiben und eigene Schwerpunkte setzen können.

"Das gemeinsame Kernabitur ist kein einheitliches Bundeszentralabitur, sondern eine länderübergreifende schriftliche Abiturkomponente in den drei Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch", erklärte der Aktionsrat. Die Aufgaben in den drei Fächern sollen jeweils in neunzig Minuten bearbeitet werden. Die Experten schlagen vor, dass die Prüfungen deutschlandweit an einem Tag stattfinden und danach zentral ausgewertet werden.

chs/AFP / AFP
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