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Brisante Steuerdaten: Schäuble erwägt Kauf

Die deutschen Finanzbehörden bestätigen Medienberichte, ihnen seien brisante Daten über Steuersünder mit Konten in der Schweiz angeboten worden. Finanzminister Schäuble denkt ernsthaft über einen Handel nach.

Den deutschen Finanzbehörden sind brisante Daten vermeintlicher Steuersünder mit Konten in der Schweiz angeboten worden. Entsprechende Berichte der "Frankfurter Allgemeine Zeitung" und der "Süddeutsche Zeitung" wurden am Samstag in Regierungskreisen bestätigt. Die Prüfung der Finanzbehörden dauere an. Der Informant habe eine erste Stichprobe geliefert. Über den Ankauf des gesamten Materials ist noch nicht entschieden worden.

Der Informant, dessen Namen geheim gehalten wird, bietet Daten von etwa 1500 Kapitalanlegern in der Schweiz an. Er fordert den Berichten zufolge für die Übergabe der Daten 2,5 Millionen Euro.

Das Bundesfinanzministerium lehnte unter Verweis auf das Steuergeheimnis eine Stellungnahme ab. Ein Sprecher von Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) sagte, den Behörden würden grundsätzlich häufiger Steuerdaten angeboten.

"Diese Angebote werden von den zuständigen Länderfinanzbehörden geprüft. Davon hängt das weitere Vorgehen ab." Das Finanzministerium rät allen Steuerpflichtigen, die ein schlechtes Gewissen haben, generell zur Selbstanzeige.

DPA / DPA
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