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Bundespräsidentenkandidat: Sodann würde Ackermann verhaften

Als Leipziger "Tatort"-Kommissar hat Peter Sodann reihenweise Verbrecher hinter Schloss und Riegel gebracht. Wäre der Linkspartei-Kandidat für das Bundespräsidentenamt Kommissar von Deutschland, stünde Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann ganz oben auf seiner Fahndungsliste.

Der Kandidat der Linkspartei für die Wahl des Bundespräsidenten, Peter Sodann, würde als Polizeikommissar nach eigenen Worten gern Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann hinter Schloss und Riegel bringen. Diesen ungewöhnlichen Wunsch äußerte Sodann, der als ARD-"Tatort"- Kommissar Bruno Ehrlicher bundesweit bekannt wurde, in der "Sächsischen Zeitung".

Wäre er Polizeikommissar von Deutschland, "würde ich Herrn Ackermann, den Chef der Deutschen Bank, verhaften", sagte der 72-Jährige dem Blatt. "Dann würde man mich zwar rausschmeißen, aber ich hätte es wenigstens mal gemacht." Ackermann ist einer der bestverdienenden Manager Deutschlands und derzeit wegen der Bankenkrise im Fokus der Öffentlichkeit.

Der aus der früheren DDR stammende Schauspieler Sodann war am Dienstag von der Partei Die Linke für die Abstimmung um das Bundespräsidentenamt Ende Mai 2009 nominiert worden. Er tritt dann gegen Amtsinhaber Horst Köhler und die SPD-Bewerberin Gesine Schwan an, gilt jedoch als völlig chancenlos. Der gebürtige Sachse, der von der Staatssicherheit drangsaliert worden war, will trotz früherer Vorbehalte gegen die PDS dazu beitragen, dass deren Nachfolgepartei Die Linke "noch stärker" werden kann, wie er der "Berliner Zeitung" sagte.

Sodann kündigte an, im Falle seiner Wahl zum Bundespräsidenten eine neue Hymne vorzuschlagen, nämlich die Kinderhymne von Bertolt Brecht: "Anmut sparet nicht noch Mühe, Leidenschaft nicht noch Verstand, dass ein gutes Deutschland blühe, wie ein andres gutes Land." Er wolle Prioritäten bei Bildung und Kultur setzen und auf einen eigenen Wahlkampf verzichten. Ihm gefalle "unser derzeitiges Leben nicht so", sagte Sodann. "Ich halte das, was wir haben, ja nicht für eine Demokratie."

DPA / DPA