Bundesregierung Merkel zur ersten Bundeskanzlerin gewählt


Am 22. November wählte der Bundestag die erste Frau zur Bundeskanzlerin. Für Angela Merkel stimmten 397 Abgeordnete. Demnach verweigerten ihr 49 Abgeordnete der schwarz-roten Koalition die Stimme.

Merkel legte ihren Amtseid mit dem religiösen Zusatz "So wahr mir Gott helfe" ab. In der geheimen Wahl im Parlament hatte sie zuvor 397 der 612 abgegebenen Stimmen erhalten und lag damit deutlich über der absoluten Mehrheit von 308 Stimmen. 202 Abgeordnete votierten gegen Merkel, zwölf enthielten sich, eine Stimme war ungültig. Merkel kam damit auf 64,9 Prozent Zustimmung. Einen größeren Rückhalt im Bundestag hatte nur der Kanzler der ersten großen Koalition, Kurt Georg Kiesinger. Er wurde 1966 mit 71,9 Prozent der Stimmen zum Kanzler gewählt. Als erster gratulierte Amtsvorgänger Gerhard Schröder der neuen Regierungschefin.

Merkel erhielt anschließend im Schloss Charlottenburg von Köhler ihre Ernennungsurkunde. "Ich wünsche ihnen viel Glück, viel Kraft und Gottes Segen", sagte der Bundespräsident. Auf Merkels Vorschlag ernannte Köhler am Nachmittag auch ihre 15 Bundesminister, darunter sechs Frauen. Der Bundespräsident forderte die neue Regierung auf, sich von ihrer patriotischen Verantwortung leiten zu lassen. Arbeitsplätze müssten geschaffen, der Sozialstaat zukunftsfähig gemacht und die Staatsfinanzen in Ordnung gebracht werden.


Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker