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Bundestag: Bundeswehr bleibt in Afghanistan

Der Bundestag hat mit großer Mehrheit die Verlängerung des Afghanistaneinsatzes der Bundeswehr um ein Jahr beschlossen. 2100 Soldaten sind derzeit in den Kabul, Kundus und Faisabad stationiert.

Für die Erneuerung des Mandats stimmten 509 von 560 Abgeordneten, dagegen 48. Drei enthielten sich der Stimme. Zuvor hatten sich die Fraktionen von SPD, Grünen und der Union für die Verlängerung ausgesprochen. Die FDP-Fraktion lehnte sie ab, obwohl sie den Einsatz in Kabul befürwortet. Allerdings bezweifelt sie den Sinn der Wiederaufbauteams in Kundus und Faisabad. Die PDS ist generell gegen die Verlängerung.

Politiker würdigen Einsatz der Bundeswehr

Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) warb nachdrücklich für die Erneuerung des Mandats. Unter dem Eindruck des Raketenangriffs auf das Lager des Wiederaufbauteams in Kundus, bei dem am Mittwochabend drei deutsche und zwei Schweizer Soldaten verletzt wurden, würdigten er sowie zahlreiche andere Politiker den Einsatz der Truppe unter gefährlichen Bedingungen. Außenminister Joschka Fischer (Grüne) würdigte die Ausweitung der Kabuler Zentralgewalt auf die afghanischen Provinzen als Verdienst der ISAF und mithin der Bundeswehr.

Die radikalislamischen Taliban haben sich zum Angriff auf das Bundeswehr-Camp im nordafghanischen Kundus mit fünf Verletzten bekannt. "Alle Besatzer Afghanistans werden dasselbe Schicksal erleiden wie die Amerikaner2, sagte Taliban-Sprecher Abdul Latif Hakimi am Donnerstag der dpa. Die Rebellen greifen die US-Truppen in Afghanistan immer wieder an.

Der Geheimdienstchef der Provinz Kundus, Abdul Kayoom Balkhi, sagte, die Polizei habe nach dem Angriff einen Verdächtigen festgenommen. Noch sei aber nicht geklärt, wer für die Tat verantwortlich sei. Die Taliban haben sich in der Vergangenheit häufiger zu Anschlägen bekannt, bei denen ihre Urheberschaft angezweifelt wurde.

Insgesamt sind etwa 2100 deutsche Soldaten im Afghanistan-Einsatz, die meisten in der Hauptstadt Kabul. In Kundus sind 240 von ihnen stationiert. Das zweite unter deutscher Leitung stehende Wiederaufbauteam hat am 1. September in Faisabad seine Arbeit aufgenommen. Dort sind derzeit etwa 110 Bundeswehrsoldaten stationiert.

DPA / DPA