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Bundesverband Erneuerbare Energien: BEE-Chef Lackmann zurückgetreten

Wie stern.de aus Teilnehmerkreisen erfuhr, hat der Präsident des Bundesverbandes Erneuerbare Energien, Johannes Lackmann, am Donnerstag auf einer Vorstandssitzung seinen Rücktritt erklärt. Der Verband trudelt nun kopflos in wichtige politische Auseinandersetzungen.

Von Markus Baluska

Der Präsident des Bundesverbandes Erneuerbare Energien (BEE), Johannes Lackmann, hat am Donnerstag auf einer Vorstandssitzung überraschend seinen Rücktritt erklärt. Das erfuhr stern.de aus Teilnehmerkreisen. Die Führungskrise trifft den Verband hart, da wichtige politische Auseinandersetzungen bevorstehen.

In knapp zwei Wochen berät das Kabinett die Novelle des Erneuerbare Energien Gesetz. Danach beginnt das parlamentarische Verfahren, in dem auch die Verbände eine wichtige Rolle spielen. Zudem findet in zehn Tagen die Weltklimakonferenz in Bali statt - auch hier wäre die Anwesenheit des Verbandspräsidenten gefragt.

Interne Querelen

Insider vermuten, dass die Gründe für Lackmanns Rücktritt in der Struktur des Dachverbandes liegen. So sei er immer wieder von den einzelnen Mitgliedsverbänden kritisiert worden, weil er deren Positionen nicht ausreichend berücksichtigt hätte. Lackmann, der Mitglied der Grünen ist und als Idealist gilt, habe sich zwischen den Eitelkeiten verschiedener Verbandsfürsten aufgerieben, hieß es aus BEE-Kreisen. Das Amt des BEE-Präsidenten ist ehrenamtlich.

Johannes Lackmann, Jahrgang 1951, ist seit 1999 Chef des BEE. Er kommt aus der Windenergiebranche und hat seit 1994 mehrere Bürger-Windparkprojekte im Raum Paderborn mit entwickelt und ist dort Geschäftsführer.

Seit Gründung des Bundesverbandes Windenergie war er von 1996 bis 2007 im Vorstand des Verbandes, zuletzt als Vizepräsident. Der BEE ist der Dachverband für die Fachverbände aus allen Sparten der erneuerbaren Energien. Die wichtigsten Mitgliedsverbände sind neben dem Bundesverband Windenergie der Bundesverband Solarwirtschaft, der Bundesverband Deutscher Wasserkraftwerke und der Fachverband Biogas sowie der Bundesverband Geothermie.