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Ende der Ferienzeit Corona-Tests für Reiserückkehrer: Ab sofort gelten neue Regeln

Sehen Sie im Video: Superspreaderin war in seiner Kneipe in Garmisch-Partenkirchen: "Oh, diese Frau ist hier momentan nicht sehr beliebt!"




Im oberbayerischen Ferienort Garmisch-Partenkirchen ist die Zahl der Corona-Fälle in den vergangenen Tagen sprunghaft angestiegen. Die Behörden gehen davon aus, dass der Ausbruch auf eine sogenannte Superspreaderin zurückzuführen ist. Laut Landratsamt sei es in der vergangene Woche zu "Besuchen hochinfizierter Personen in mehreren Gaststätten gekommen". Es würden zahlreiche Folgeansteckungen befürchtet, die Kontakte der infizierten Personen könnten nicht mehr alle nachvollzogen werden. Die Behörde erließ Kontaktbeschränkungen für Gastronomie und private Veranstaltungen. Gaststätten müssen spätestens um 22 Uhr schließen. Genau dann, wenn es in Ian O'Hagans Irish Pub eigentlich erst richtig losgeht. "Oh, diese Frau ist hier momentan nicht sehr beliebt. Wir haben die Geschichte bisher auch nur gehört. Aber wenn sie wirklich wusste, dass sie krank ist, wären noch viel mehr Leute ziemlich sauer auf sie, weil sie nicht Verantwortung bewiesen hat, und zu Hause geblieben ist." "Seit das Gesundheitsamt hier war, ist es ziemlich schwierig. Wir haben zwar alle Hygienetests bestanden, aber die Frau hatte Kontakt zu einem unserer Kellner. Und das Personal ist jetzt in Quarantäne. Wir hoffen, dass alles in Ordnung ist." Die Auswirkungen auf die Besucherzahlen seien durch den Vorfall deutlich spürbar, so O'Hagan. Die Stadt sei im Vergleich zu letzter Woche wie ausgestorben gewesen.
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Die Sommerferien gehen zu Ende – und das hat im Jahr 2020 auch gesundheitspolitische Konsequenzen. Nicht jeder, der aus dem Urlaub zurückkommt, kann sich jetzt noch kostenlos auf Covid-19 testen lassen.

Die Möglichkeiten zu kostenlosen Corona-Tests für alle Reiserückkehrer nach Deutschland werden eingeschränkt. Reisende, die nicht aus einem Risikogebiet mit hohen Infektionszahlen kommen, haben ab diesem Dienstag keinen Anspruch mehr auf kostenlose Tests. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte am Montag: "Für die Urlaubszeit war es wichtig, möglichst alle Reisende auf das Corona-Virus zu testen. Mit Blick auf Herbst und Winter konzentrieren wir die Tests jetzt wieder stärker aufs Inland."

Welche Länder für deutsche Urlauber als Risikogebiete gelten, legt die Bundesregierung regelmäßig fest – sie sind auf der Internetseite des bundeseigenen Robert Koch-Instituts (RKI) aufgelistet. Bund und Länder hatten die Änderungen bei den Tests Ende August vereinbart. Für Einreisende aus Risikogebieten gilt vorerst weiterhin die Testpflicht sowie die Erfordernis der Quarantäne bis zum negativen Testergebnis", sagte Spahn. Tests für sie bleiben vorerst kostenlos.

Quarantäne-Regeln: Änderungen wohl zum 1. Oktober

Die Quarantäne-Regeln für Rückkehrer aus Risikogebieten sollen nach einem Beschluss von Bund und Ländern noch geändert werden – möglichst zum 1. Oktober.

Die Pflicht zur 14-tägigen Quarantäne soll demnach künftig frühestens durch einen Test ab dem fünften Tag nach Rückkehr entfallen können.

tim DPA

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