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Deutschland: BDI-Chef Rogowski: "Vielleicht wähle ich Schröder"

BDI-Chef Rogowsik: "Vielleicht wähle ich Schröder"

Der Chef des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Michael Rogowski, hat sich zufrieden über den wirtschaftspolitischen Kurs von Bundeskanzler Gerhard Schröder geäußert.. "Er muss an der Regierung bleiben, er muss diese Agenda 2010 umsetzen, ohne Abstriche, eins zu eins – und oben noch was drauf durch die Opposition", sagte der BDI-Präsident im am Donnerstag erscheinenden stern. "Ich schließe nicht aus, dass ich ihn wähle, ich bin da nicht festgelegt", sagte Rogowski weiter. Die Union gebe im Moment nicht das her, was er sich wünsche: "Sie hat keine eigenen Konzepte, keine Visionen, sie ist zerrissen durch Mitregieren und Opponieren". Unter Rot-Grün passiere, was er "vor ein paar Jahren nicht für möglich gehalten hätte. Endlich stimmt wenigstens die Richtung in diesem Land".

Für den BDI-Präsidenten funktioniert im föderalen System der Bundesrepublik nicht mehr viel. Vierzehn Wahlen im einem Jahr seien zu viel und führten zu politischem Stillstand. "Der Föderalismus lähmt. Er ist zu teuer und vor allem handlungsunfähig." Die neuen Bundesländer sollten zu einem oder zwei Bundesländern zusammengefaßt werden. Insgesamt, so Rogowski, "genügen acht Bundesländer vollauf".

Um die Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen, müßte die Anzahl der Feiertage verringert werden. "Ostern, Weihnachten, auch Pfingsten wollen wir nicht aufgeben." Himmelfahrt beispielsweise aber sei entbehrlich. Es gebe noch genügend andere Feiertage, "aber die müssen wir aufs Wochenende legen, dass man keine so genannten Brücken mehr bauen kann. Wir müssen Deutschland fit machen für mehr Wachstum". Dazu müsse die Arbeit und nicht die Arbeitslosigkeit gefördert werden. "Und dazu brauchen wir vor allem eine Arbeitszeitverlängerung: eine längere Grundarbeitszeit, eine längere Lebensarbeitszeit, eine längere Wochenarbeitszeit – 40 Stunden ohne vollen Lohnausgleich, und die können je nach oben oder unten schwanken", sagte der BDI-Präsident im stern-Interview.

Nachrichtenredaktion