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Es ist uns nicht egal ...: ... dass Missbrauchsopfer so schwer Hilfe bekommen

Die Wahl ist vorbei. Es gibt viele Probleme, die uns wütend machen. Nach zornigen stern-Mitarbeitern und Prominenten empören sich stern-Leser. Heute: die Leserin CL.

In den Wochen vor der Wahl hieß es ständig, Deutschland gehe es gut, es müsse nur so weitergehen. Das Gerede über die Wohlfühl-Republik hat uns in der stern-Redaktion wütend gemacht. Deswegen haben wir die Aktion "Es ist uns nicht egal" ins Leben gerufen. Nachdem stern-Mitarbeiter und zahlreiche Prominente aufgeschrieben haben, was ihnen nicht egal ist in diesem Land, kommen jetzt Sie, liebe Leserinnen und Leser zu Wort. Was ist Ihnen nicht egal? Und warum? Schreiben Sie unserer stellvertretenden Chefredakteurin unter anita.zielina@stern.de.

Hunderte Kommentare haben uns schon erreicht, eine Auswahl werden wir täglich auf stern.de veröffentlichen.

Heute empört sich die Leserin CL:

"Mir ist nicht egal, dass es Missbrauchsopfern in Deutschland immer noch so schwer gemacht wird, angemessen Hilfe zu erhalten und die Politik das Thema mit der Einführung des Fonds für Missbrauchsopfer wieder in der Versenkung verschwinden ließ."

Dabei ist längst nicht alles getan, und der Fonds ist in seiner jetzigen Form nicht ausgereift.

Mir ist nicht egal,

dass in der Gruppe der Behinderten, die an sich schon wenig Beachtung bekommt, diejenigen Menschen meist komplett ignoriert oder nicht ernst genommen werden, die durch eine psychische Erkrankung behindert sind. Von Integrations- oder gar Inklusionswillen ist viel zu selten etwas zu sehen oder zu spüren. Es scheint, als spielt man als Mensch dieser Gruppe für die Politik keine Rolle. Abgesehen davon, dass man natürlich wählen soll. Was ich auch getan habe. Nur: Für wen soll ich mich als Beteiligte dieser Gruppe in der Politik interessieren, wenn nicht einer davon nachhaltig für das eintritt, was für mein Leben wichtig ist?

Und was mir am allerwenigsten egal ist:

Dass ein Versprechen oder eine Zusage heute scheinbar nichts mehr wert sind. Und es scheint auch keine Rolle zu spielen, ob man als Politiker seine Glaubwürdigkeit verliert. Solange es reicht, die nächste Wahl zu gewinnen, ist alles andere nebensächlich. Machen Politiker heute noch Politik, um ein GANZES Land zu führen - oder um Machtmenschen zu sein?

Falls Sie meinen Kommentar veröffentlichen möchten, dann bitte nur unter Verwendung meiner Initialen. Danke schön!

CL

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