Exzellenzinitiative Bayerische Unis werden Elite


Edmund Stoiber konnte frohlocken: Unter den ersten drei Elite-Universitäten sind die beiden Münchner Unis. Auch die TH Karlsruhe kann sich fortan Elite-Uni nennen.

Die beiden Münchner Hochschulen und die TH Karlsruhe sind die ersten deutschen Elite-Universitäten. Nach der Entscheidung einer hochkarätigen Wissenschaftsjury vom Freitag werden diese drei Hochschulen bis 2011 jeweils mehr als 100 Millionen Euro zusätzlich von Bund und Ländern für den Ausbau ihrer Spitzenforschung und die Entwicklung zu einer international anerkannten Elitehochschule erhalten. Einige Wissenschaftsminister der Länder äußerten bei der abschließenden Sitzung deutlich Unmut über das Verfahren. Sie hätten sich eine stärkere Mitsprache der Politik gewünscht.

Stoiber: "sensationeller Erfolg für Bayern"

Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) hat die Kür der zwei Münchner Hochschulen zu Elite-Universitäten als "sensationellen Erfolg für Bayern" bezeichnet. Dass von insgesamt drei ausgewählten Elite-Unis gleich zwei aus Bayern kommen, "macht uns in besonderer Weise stolz", sagte Stoiber am Freitag am Rande des CSU-Parteitags in Augsburg. Die Entscheidung bestätige, dass die Schwerpunkte Leistung und Qualität in der bayerischen Bildungspolitik gegen alle Widerstände richtig gesetzt seien.

Als eindeutiger Sieger aus dieser ersten Vergaberunde gingen die Hochschulen Bayerns und Baden-Württembergs hervor. Neben den beiden Eliteuniversitäten aus München erhält Bayern zudem vier zusätzliche Graduiertenkollegs und fünf neue Spitzenfroschungszentren finanziert. Baden-Württemberg bekommt vier neue Kollegs und drei Zentren. Das hochschulreichste Bundesland Nordrhein-Westfalen liegt im Mittelfeld. Mit Abstand folgen Hessen und Niedersachsen.

Goppel gesteht Verfahrensschwierigkeiten zu

Auch die Chefs der Münchner Universitäten zeigten sich hoch erfreut über das Ergebnis. "Natürlich bin ich überglücklich, aber Morgen geht die Arbeit erst richtig los", sagte TU-Präsident Wolfgang A. Herrmann. Mit dieser Entscheidung habe sich auch gezeigt, "dass unser Weg von einer nachgeordneten Behörde zu einer unternehmerischen Universität richtig war." LMU-Rektor Bernd Huber betonte: "Das ist ein Riesenerfolg für die LMU und ein Traumergebnis. Damit haben wir die Chance, zur Weltspitze vorzustoßen."

Wissenschaftsminister Thomas Goppel (CSU) sagte, Bayerns Universitäten hätten damit in der ersten Förderrunde "überragend abgeschnitten". Zugleich verwies er darauf hin, dass es Verfahrensschwierigkeiten gegeben habe. Zu der Kritik mehrerer Minister am Verfahren sagte Goppel, Wissenschaftler hätten die Entscheidung getroffen, "die Politik muss das zur Kenntnis nehmen". Die Entscheidung zeige, dass der Wissenschaftsraum München "das Potenzial hat, mit den international besten Hochschulen zu konkurrieren". Den beiden Elite-Universitäten seien auch vier Anträge zu Graduiertenschulen und fünf zu Spitzenforschungszentren genehmigt worden, sagte Goppel.

Schavan: "Stärkung der universitären Forschung"

Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) sprach von einem bedeutenden Tag für die Wissenschaft in Deutschland. "Die Exzellenzinitiative sei ein "wichtiges Signal an unsere Hochschulen für die Stärkung der universitären Forschung". Schavan sagte, die Exzellenzinitiative habe in den Hochschulen viel Dynamik ausgelöst. Die Entscheidung im Bewilligungsausschuss sei mit allen 39 Stimmen der Wissenschaft und allen 32 Stimmen des Bundes und der 16 Länder beschlossen worden.

Graduiertenschulen erhalten die RWTH Aachen, die FU Berlin, die Humboldt Uni Berlin, die TU Berlin, die Ruhr Uni Bochum, die Uni Bonn, die Uni Bremen, die TU Dresden, die Uni Erlangen/Nürnberg, die Uni Gießen, die Medizinische Hochschule Hannover, die Uni Heidelberg, die Uni Karlsruhe (TH), die Uni Mannheim, die Uni München, die TU München und die Uni Würzburg.

Insgesamt 1,9 Milliarden Euro werden vergeben

Spitzenforschungszentren (Exzellenzcluster) werden: RWTH Aachen (zwei Mal), Uni Bonn, TU Dresden, Uni Frankfurt/Main, Uni Gießen, Uni Göttingen, Medizinische Hochschule Hannover, Uni Heidelberg, Uni Karlsruhe (TH), Uni Kiel, Uni Konstanz, Uni München (drei Mal) und die TU München (zwei Mal).

Mit den Entscheidungen endete die erste Runde in dem Bund-Länder- Programm Exzellenzinitiative zum Ausbau der universitären Spitzenforschung. Das Programm ist mit insgesamt 1,9 Milliarden Euro ausgestattet. Der Bund trägt 75 Prozent der Kosten und die Länder 25 Prozent.

DPA DPA

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