Fall el Masri "In der Kantine was erfahren"


Fest steht: Der BND war früher als bislang behauptet über den Fall el Masri informiert. Bundesinnenminister Schäuble präsentierte nun eine erstaunliche Erklärung dafür, weshalb diese Information nicht die Führungsetage erreicht habe.

Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat davor gewarnt, die Informationspanne beim Bundesnachrichtendienst (BND) im Entführungsfall Al Masri überzubewerten. "Das war ein Beamter des mittleren Dienstes mit einem technischen Arbeitsauftrag, der beim Essen in einer Kantine beiläufig etwas erfahren hat. Daraus eine Unterrichtung des BND oder gar der Bundesregierung zu machen ist wenig überzeugend", sagte Schäuble der Tageszeitung "Die Welt". "Man solle die Sache niedriger hängen. Der Mann sagt ja selber, er habe die Information nicht weitergegeben."

Der BND war am Donnerstag wegen einer Panne kurz nach der Verschleppung des Deutsch-Libanesen Khaled el Masri unter Druck geraten. Bereits im Januar 2004 - und nicht wie bislang behauptet knapp fünf Monate später - wusste der Auslandsgeheimdienst von der Festnahme und Überstellung el Masris an den US-Geheimdienst CIA. BND- Präsident Ernst Uhrlau sprach von einer "Informationspanne" und "einem Sachverhalt, der alles andere als erfreulich ist".

Regierung wusste angeblich nichts

El Masri behauptet, Ende 2003 erst in Mazedonien verhaftet und später von der CIA nach Afghanistan verschleppt worden zu sein. Er wurde nach eigenen Angaben in einem Gefängnis misshandelt. Die Bundesregierung hatte bisher erklärt, sie sei erst Ende Mai 2004 - nach der Rückkehr el Masris nach Deutschland - von dem Vorfall unterrichtet worden.


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