Familienzeitkredit Union will Familien mit Staatsbürgschaft helfen


Was Opel, HRE und Co. vor der Pleite bewahrt, soll auch klammen Eltern helfen: staatlich verbürgte Kredite. Familienministerin Ursula von der Leyen will für Mütter und Väter, die zeitweise aus familiären Gründen nicht arbeiten, einen Familienzeitkredit einführen.

Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) will Eltern, die aus familiären Gründen vorübergehend aus dem Beruf aussteigen, mit staatlich verbürgten Krediten helfen. "Ich glaube, es ist an der Zeit, dass wir nicht nur über Bürgschaften für Unternehmen sprechen, sondern dass wir auch über Bürgschaften für Menschen sprechen", sagte die Ministerin am Mittwoch in Berlin.

Die Forderung soll Bestandteil des CDU-Wahlprogramms werden, erklärte von der Leyen. Sollte es in den nächsten Wochen keine Einigung mit der SPD über eine neue Teilzeitregelung beim Elterngeld geben, will sie auch mit dieser Forderung in den Wahlkampf ziehen.

Beim "Familienzeitkredit" sollen Eltern einen langfristigen, sehr zinsgünstigen Kredit erhalten. Der Staat würde die Bürgschaft übernehmen. Die Höhe soll sich in etwa an dem Elterngeld orientieren, das maximal 67 Prozent des letzten Nettoeinkommens beträgt. "Ich halte das Konzept für wegweisend für die nächste Legislatur", sagte von der Leyen.

Experten haben die Vorschläge im Auftrag des Familienministeriums erarbeitet. Der Familienkredit soll ähnlich wie der Bildungskredit geregelt werden. Wenn berufstätige Familien Kinder mit Schulprobleme haben oder Familienangehörige in der Pflege, sollen sie einen solchen Kredit beantragen können, um Auszeiten zu finanzieren.

In ihrem Memorandum "Zeit für Familie" kamen die Experten zu dem Ergebnis, dass 34 Prozent der Eltern mit jüngeren Kindern gerne mehr Zeit mit der Familie verbringen würden. 50 Prozent aller alleinerziehenden Mütter sind unzufrieden mit der Zeit, die sie für ihr Kind haben, berichtete Familienforscherin Katharina Spieß von der Humboldt-Universität.

Für von der Leyen wird das Thema Teilzeit in den kommenden Jahren eine immer größere Rolle spielen. "Teilzeit in Deutschland ist nach wie vor sehr starr, fast ausschließlich weiblich, 50 Prozent sehen keine Karriere, keine Perspektive", sagte die Ministerin.

DPA DPA

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