FDP attackiert CSU im Gesundheitsstreit "Wie eine Wildsau"


Der Streit zwischen FDP und CSU um das Reformkonzept von Gesundheitsminister Philip Rösler nimmt an Schärfe zu. Die Liberalen kritisierten ein Wildsau-Verhalten der Christsozialen und diagnostizierten bei CSU-Chef Horst Seehofer gar ein persönliches Trauma.

Im Streit über die Gesundheitspolitik attackiert die FDP die CSU immer heftiger: "Die CSU ist als Wildsau aufgetreten, sie hat sich nur destruktiv gezeigt", sagte der Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium, Daniel Bahr, der "Passauer Neuesten Presse". In der vergangenen Woche hatte die CSU das Reformkonzept von Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler kategorisch abgelehnt, das unter anderem die Erhebung einer Gesundheitsprämie von 30 Euro pro Monat für die gesetzlich Versicherten vorsah.

Bahr kündigte nun an, dass die Liberalen an Zusatzbeiträgen für die Versicherten festhalten wollen. "Die CSU wird einen pädagogischen Prozess durchlaufen und in Mathe-Nachhilfe feststellen, dass man mit vier Milliarden Euro Einsparungen kein Defizit von elf Milliarden Euro im Jahr 201 decken kann."

Seehofers Trauma

FDP-Generalsekretär Christian Lindner griff CSU-Chef Horst Seehofer wegen des Vetos gegen das Rösler-Konzept auch persönlich an. "Das ist unverantwortlich", kritisierte Lindner am Sonntagabend in der ZDF-Sendung "Berlin Direkt". Seehofer habe "ein persönliches Trauma". "Jetzt müssen 70 Millionen gesetzlich Versicherte seine Traumatherapie machen." Bahr wiederum warf dem bayerischen Ministerpräsidenten "Totalverweigerung" vor.

Lindner forderte CDU-Chefin Angela Merkel zum Eingreifen auf. "Die Kanzlerin muss zeigen, wohin sie will." Rösler habe ein Konzept vorgelegt, dass in seinen Eckpunkten mit dem Koalitionsvertrag kompatibel sei.

Reuters Reuters

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