Feierlichkeiten Bundesregierung weist Kritik an D-Day-Programm zurück


Die Bundesregierung hat Kritik am Besuchsprogramm von Bundeskanzler Schröder während der D-Day-Feiern in der Normandie strikt zurückgewiesen. Es sei immer geplant gewesen, dass Schröder einen Soldatenfriedhof besuche.

Die Bundesregierung hat Kritik am Besuchsprogramm von Bundeskanzler Gerhard Schröder während der D-Day-Feiern in der Normandie strikt zurückgewiesen. Aus den Reihen von CSU und FDP war unter anderem bemängelt worden, dass Schröder keinen Soldatenfriedhof besuche. Diese Kritik entbehre jeder Grundlage, erklärte Regierungssprecher Bela Anda am Donnerstagabend. Schröder besuche am Sonntag den Soldatenfriedhof in Ranville, auf dem neben 2.200 Gefallenen der Commonwealth-Staaten 322 deutsche Soldaten begraben seien.

Anda erklärte weiter, Schröder werde für alle dort begrabenen Soldaten am Ehrenkreuz des Friedhofes einen Kranz niederlegen. Einen weiteren Kranz lege er am Grab eines unbekannten deutschen Soldaten nieder. Schröder empfinde die Einladung zu den Feierlichkeiten des 60. Jahrestages der Landung der alliierten Truppen in der Normandie "als eine große Geste der Versöhnung der damaligen Kriegsgegner, die nun gemeinsam mit Deutschland Partner für Frieden und Freiheit in der Welt sind". Die von Wenigen angezettelte Debatte sei nicht nur sachlich falsch, sondern auch rückwärtsgerichtet, erklärte Anda.

"Beispiel an Kohl nehmen"

In der "Bild"-Zeitung hatte der Geschäftsführer der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Peter Ramsauer, erklärt, dass Schröder den Soldatenfriedhof in der Normandie meide, sei eine Beleidigung für die Bundeswehrsoldaten, die diese Gräber pflegten, sowie für alle deutschen Kriegswitwen. Auch der FDP-Verteidigungsexperte Günter Nölting forderte in "Bild", der Kanzler solle seine Pläne überdenken. Der CSU-Abgeordnete Norbert Geis sagte, Schröder solle sich ein Beispiel an Helmut Kohl nehmen, der 1984 gegen starken Widerstand mit US-Präsident Ronald Reagan den Soldatenfriedhof in Bitburg besucht hatte, obwohl dort auch Soldaten der Waffen-SS lagen.

Unions-Fraktionsvize Wolfgang Schäuble hingegen begrüßte Schröders Teilnahme an den Feiern. Wenn es dem Kanzler gelinge, die Ambivalenz deutlich zu machen, die das Datum für die Deutschen habe, könne seine Teilnahme ein richtiges Zeichen sein, sagte der CDU-Politiker dem "Handelsblatt".

AP AP DPA

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