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Fischers Nachfolge: Regierung dementiert Bericht über Kabinettsumbildung

Regierung dementiert Bericht über Kabinettsumbildung

Die Bundesregierung hat einen Zeitungsbericht zurückgewiesen, wonach Kanzler Gerhard Schröder (SPD) bereits für die Zeit nach einem möglichen Wechsel von Außenminister Joschka Fischer (Grüne) zur EU plant. Der Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" sei "in allen Punkten falsch", sagte Regierungssprecher Bela Anda am Rande der Kabinettsklausur in Neuhardenberg bei Berlin.

Das Blatt hatte berichtet, auf Fischer werde wahrscheinlich ein SPD-Politiker und kein Grüner folgen. Im Gegenzug werde eine Ablösung von Finanzminister Hans Eichel (SPD) zu Gunsten eines Grünen-Politikers erwogen. Schröder habe in den vergangenen Wochen in Gesprächen mit Vertrauten darauf hingewiesen, dass es bei den Grünen keinen ähnlich kompetenten Außenpolitiker wie Fischer gebe. Die Spitzen von SPD und Grünen gingen nun nicht mehr davon aus, dass auf Fischer - im Fall eines Wechsels auf die Position des Außenministers der Europäischen Union - ein anderer Grünen-Politiker folgt.

Im Gespräch für den Posten des Außenministers waren bislang Umweltminister Jürgen Trittin, Verbraucherschutzministerin Renate Künast sowie der frühere Grünen-Vorsitzende Fritz Kuhn. Auch Fischer, bezweifele inzwischen, dass seine Nachfolge aus der eigenen Partei erfolgen könne, berichtete die Zeitung unter Berufung auf Vertraute Fischers in der Grünen-Spitze.

Da Eichel in der Koalition als "angeschlagen" und nicht mehr "durchsetzungsstark" gelte, werde dessen Ablösung "immer wahrscheinlicher". Nachfolger könnte dann Kuhn werden. Als Nachfolger für Fischer werde der EU-Erweiterungskommissar Günter Verheugen (SPD) gehandelt.

DPA