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Terror in Brüssel: Frauke Petry nennt Trauernde "Heuchler"

Nach den Anschlägen in Belgien haben viele Menschen ihrer Trauer öffentlich Ausdruck verliehen und sich mit Brüssel solidarisiert. Alles "Heuchler", findet Frauke Petry - und macht ihrem Ärger auf Facebook Luft.

Frauk Petry nennt Trauernde "Heuchler"

Frauke Petry hat deutliche Worte für die "Heuchler", die in sozialen Netzwerken um die Opfer von Brüssel trauern

Mit Trauer geht jeder anders um. Manche machen es leise mit sich selbst aus, andere verleihen ihren Gefühlen öffentlich Ausdruck - indem sie etwa Profilbilder in sozialen Netzwerken mit Flaggen hinterlegen, Karikaturen twittern oder ihr Beileid unter Hashtags wie #PrayForBrussels posten. So haben es viele Menschen nach den Anschlägen von Brüssel gemacht.

Alles doof und verlogen, findet die AfD-Vorsitzende Frauke Petry. In einem Facebook-Eintrag wettert sie gegen die, die sich solidarisch mit den Terroropfern zeigen. "Sie waren Charlie, sie waren Paris und jetzt sind alle Brüssel oder gar Belgien", schreibt Petry. "Nun werden alle so damit beschäftigt sein, gegen rechte Hetzer aufzustehen und zu demonstrieren, dass sie dabei vergessen, etwas dagegen zu tun! Dann heißt es vielleicht bald: Ich bin Berlin, Rom, Malmö und Rotterdam! Damit sie Ihre nutzlosen Bilder nicht immer austauschen müssen, ein kleiner Tip: ‪#‎IchbinWelt.‬ Das passt immer und vor allem immer öfter, ihr Heuchler."

+++ Terror in Brüssel +++Es geht um unsere Identität als freiheitlich aufgeklärte Europäer!Wir sind fest...

Posted by Dr. Frauke Petry on Dienstag, 22. März 2016


Frauke Petry: "Der Traum vom bunten Europa ist kaputt"

Mit ihrem Post hat Petry wieder einmal deutlich gemacht, dass es in der AfD-Welt selten differenziert zugeht. Auf wen Petry abzielt, ist nur allzu klar: Sogenannte Gutmenschen, die ihrer Meinung nach stets auf die Falschen losgingen und islamistischen Terror angeblich verharmlosten. "Wir erwarten jetzt Maßnahmen gegen Terroristen und nicht Lichterketten gegen diejenigen, die vor diesen Zuständen seit Jahren warnen!", schreibt Petry weiter. "Der Traum vom bunten Europa ist kaputt, weggebombt zum wiederholten Mal! Akzeptiert es endlich!"

Dass es durchaus möglich ist, sowohl rechten als auch islamistischen Radikalismus blöd zu finden, Dschihadisten zu verurteilen und trotzdem nicht jeden Moslem unter Generalverdacht zu stellen, ist offenbar ein paar Ecken zu kompliziert gedacht. Flüchtlinge an den Grenzen abzuweisen, ist so etwas wie Petrys Allheilmittel gegen den Terror. Darf man aber nicht mit Gefühlskälte verwechseln. Zum Ende ihres Posts schickt die AfD-Frau nämlich selbst noch ein bisschen Solidarität hinterher. "Bei aller Wut und Trauer sind unsere Gedanken bei den Opfern und deren Angehörigen dieses sinnlosen Anschlags." Ein Lerneffekt? Petrys Parteigenossin Beatrix von Storch hatte das in einem Post am Tag der Anschläge noch versäumt - und dafür viel Kritik geerntet.

car
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