Gesundheitsreform CDU will offenbar Gutverdiener stärker belasten


In den Streit um die Gesundheitsreform kommt offenbar Bewegung. Laut einem Zeitungsbericht will die CDU mit einem neuen Kompromissvorschlag in die heutigen Verhandlungen gehen. Vor allem Gutverdiener sollen demnach stärker zur Kasse gebeten werden.

Bei den Verhandlungen zwischen Union und FDP über die Gesundheitsreform liegt offenbar ein neues Kompromissmodell der CDU auf dem Tisch. Nach Informationen der "Frankfurter Rundschau" sieht es vor, die Zusatzbeiträge nach dem Einkommen der Versicherten zu staffeln. Bis zu einem Höhe von 1400 Euro soll demnach der maximal mögliche Zusatzbeitrag weiterhin bei einem Prozent des Einkommens liegen. Bis zur sogenannten Beitragsbemessungsgrenze von 3750 Euro soll der Satz dann schrittweise auf 2,5 Prozent steigen. Für Gutverdiener würde damit die Belastung von bisher höchstens 37,50 Euro auf 93,57 Euro steigen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will heute mit den Spitzen der Koalition über Reformen im Gesundheitswesen und das Milliardendefizit in der gesetzlichen Krankenversicherung beraten, nachdem sich die Fachleute der Koalition bislang nicht einigen konnten. An das Treffen der Koalitionsspitzen sollen sich erneute Beratungen von Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) mit den Fachpolitikern der Fraktionen anschließen. Eine weitere Runde der Koalitionsspitze ist wiederum für Freitagmorgen geplant.

Es geht um ein Konzept aus Einsparungen und Zusatzbelastungen für die Versicherten. Damit soll das im kommenden Jahr drohende Defizit von bis zu elf Milliarden Euro ausgeglichen werden. Am Mittwoch hatte das Bundesgesundheitsministerium bekanntgegeben, dass die gesetzlichen Kassen ohne den zusätzlich vereinbarten Steuerzuschuss schon im ersten Quartal 2010 in die roten Zahlen geraten wären.

kng/AFP/DPA DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker