Gewerkschaft der Polizei Angst vor Unruhen bei Neonazi-Demonstrationen


Die Gewerkschaft der Polizei fürchtet, dass Neonazis Staat und Gegendemonstranten zu Gewalttaten provozieren wollen. Ihr Ziel seien Weimarer Verhältnisse.

Schon jetzt sei erkennbar, dass die Neonazis fast jedes Wochenende auf die Straße gingen, um den Staat und Gegendemonstranten zu provozieren, sagte der GdP-Vorsitzende Konrad Freiberg der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Ziel sei offensichtlich, dass linke Chaoten die Nerven verlieren und die Polizei mittendrin stecke. "Irgendwann wird es passieren und dann gibt es Verletzte, möglicherweise kommt sogar jemand zu Tode." Die rechten Demonstranten wollten nicht zuerst zuschlagen, sondern angegriffen werden, "um nach außen eine saubere Weste zu behalten und sich als Opfer von Chaoten und Polizei darstellen zu können", sagte Freiberg. "Die neu vereinte Rechte und die Neonazis wollen Weimarer Verhältnisse."

Eigentlich müsste deshalb die Beobachtung der Parteiern DVU und NPD durch Polizei und Bundesgrenzschutz verstärkt werden, sagte der GDP-Vorsitzende. Das könne aber nicht geleistet werden, weil zur Bekämpfung des islamistischen Terrorismus und im Zuge des gescheiterten NPD-Verbots viel Personal aus der Observation der Neonazis und ihrer Parteien abgezogen worden seien. Wenn jetzt noch ein halbwegs charismatischer rechter Politiker wie Jörg Haider in Österreich sich in Deutschland an die Spitze der Rechten setze, "dann wird es richtig gefährlich", sagte Freiberg.

Reuters


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