Gipfeltreffen Russland verspricht Energie für die nächsten 40 Jahre


Waldimir Putin versucht den Europäern die Energiesorgen zu nehmen: Beim Besuch von Angela Merkel sagte der russische Präsident, sein Land bleibe in Sachen Öl und Gas auch in Zukunft "sehr liefer- und vertragstreu".

Beim zweiten Tag des deutsch-russischen Gipfeltreffens steht vor allem die Energiepolitik auf der Agenda von Kanzlerin Angela Merkel und Wladimir Putin. Dabei hat die russische Regierung zugesagt, auch auf die nächsten Jahre hinaus ein zuverlässiger Energielieferant zu sein. "Wir hoffen, dass auf 30, 40 Jahre hinaus niemand Grund hat zu sagen, Russland sei als Lieferant weniger zuverlässig geworden", sagte Wirtschaftsminister German Gref vor Spitzenmanagern beider Länder in Tomsk.

Keine Einschränkungen der Gaslieferungen

Auch der Putin hat versichert, dass Russland seine Gaslieferungen nach Europa nicht einschränken werde. "Russland ist ein zuverlässiger Lieferant von Energieressourcen nach Deutschland und in andere Staaten Europas", sagte er. Er hoffe, dass der G-8-Gipfel in St. Petersburg im Juli den internationalen Energiedialog voran bringen werde.

Noch vor dem Gespräch mit Merkel hatte Putin indes bemängelt, russische Energiefirmen würden bei ihrer Expansion in Europa behindert. Die könnte dazu führen, sich langfristig stärker auf Märkte in Asien und den USA zu orientieren.

Merkel wies bei der Veranstaltung am Rande der deutsch-russischen Regierungskonsultationen darauf hin, dass es seit mehr als 40 Jahren verlässliche partnerschaftliche Beziehungen im Energiebereich zwischen Deutschland und Russland gebe. Sie gehe davon aus, dass dies auch weiter so sein werde.

"Wollen zu einer Beruhigung des Verhältnisses beitragen"

Äußerungen von Vertretern des Gasprom-Konzerns hatten in den letzten Tagen für Aufregung gesorgt. Der russische Energieriese hatte mit Konsequenzen gedroht, falls die EU Expansionsbestrebungen des Konzerns behindern sollte. "Wir wollen zu einer Beruhigung des Verhältnisses beitragen", sagte Bundeswirtschaftsminister Michael Glos dazu. Die Konsultationen zeigten, dass sich "atmosphärische Störungen" beheben ließen.

Russland sei schon immer ein "sehr liefer- und vertragstreues Land" gewesen. "Es klappt in der Praxis alles recht gut." Am Donnerstagnachmittag soll die deutsch-russische Zusammenarbeit im Energiebereich mit der Unterzeichnung eines Abkommens ausgebaut werden.

Der russische Energieriese Gasprom will den deutschen BASF-Konzern zu mehr als einem Drittel an der Erschließung des westsibirischen Gasfelds Juschno Ruskoje beteiligen. Im Gegenzug will Gasprom seinen Anteil an der deutschen Vertriebsgesellschaft Wingas von 35 auf 50 Prozent minus eine Aktie aufstocken. Allerdings sollen sich die Unternehmen Agenturberichten zufolge nicht auf eine gemeinsame Ausbeutung des sibirischen Gasfeldes Juschno Russkoje geeinigt haben.

"Eine Vereinbarung könnte in den nächsten drei Monaten unterzeichnet werden, und Eon könnte den gleichen Teil erhalten wie BASF - 25 Prozent der stimmberechtigten Anteile", wird der Exportchef von Gasprom, Alexander Medwedew zitiert. Eon-Chef Wulf Bernotat gehört zu der Delegation, die mit Bundeskanzlerin Angela Merkel zu den deutsch-russischen Konsultationen in das sibirische Tomsk gereist ist.

DPA/Reuters/AP AP DPA Reuters

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