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Glosse: Schröders Denkpausen-Strategie

In Brüssel haben die EU-Staatenlenker eine Revolution verkündet. Sie verordnen sich eine "Denkpause". Dieser Donnerschlag leitet ein goldenes Zeitalter ein - Gerhard Schröder könnte er die Kanzlerschaft retten.

Von Florian Güßgen

Es war ein Donnerschlag, eine Sensation, eine politische Zeitenwende. Am Donnerstag verkündeten die EU-Staatenlenker, sie hätten sich geeinigt: auf eine "Denkpause", auf eine Auszeit in Sachen Verfassung, auf eine Ruhephase. Wie aus dem Nichts haben die 25 Herrscher Handlungsfähigkeit demonstriert, wo zuvor nur Chaos herrschte, eine Vision aufgezeigt, Millionen von Bürgern neue Hoffnung gegeben: Das Prinzip der "Denkpause" wird ein goldenes Zeitalter einläuten - wirtschaftlich, gesellschaftlich und weltpolitisch.

Denkpause. Denkpause. Denkpause.Schon der Begriff hat so etwas wohltuend Entspannendes. Ich pausiere mit dem Denken, höre einfach auf, lasse die Gedanken fliegen, mache mich ganz frei … meine Wahrnehmung weitet sich. Oder Denkpause heißt: Ich nehme mir eine Pause für das Denken, das konzentrierte, zielorientierte Sinnieren, ich schaffe einen Zeit- und Raumgewinn für bahnbrechende Entscheidungen. Denkpause - im Englischen dröge "period of reflection" - das klingt nach Männer-Selbsthilfe-Gruppe, nach Staats- und Regierungschefs, die sich im Schneidersitz zusammensetzen, und erst gemeinsam laut schreien ("Mist-Volk", "doofe Froschfresser", "blöde Käseköpfe", "Wir wollen keine Bürger mehr"), um sich dann, nachdem man sich verausgabt hat, gegenseitig zu streicheln und zu trösten.

Denkpause, das klingt irgendwie gesund, nach "Slow Food" und "Wellness", nach Seele baumeln lassen und nach einem taufrischen Sommermorgen an einem schwedischen See. Die Denkpause ist der revolutionäre, politische Gegenentwurf zum bislang dominierenden Schnellschuss. Es ist das historische Verdienst des Brüsseler Gipfels, hier Mut bewiesen zu haben.

Dabei scheinen sich die EU-Lenker bei Ihrer Entscheidung für die "Denkpause" durchaus auf einen breiten, gesellschaftlichen Konsens zu stützen. Nein, sie haben diese Zeitenwende nicht von oben verordnet, sondern schon vorab gelauscht, zugehört, auf die Befindlichkeiten, Gefühle und Ängste an der Basis. Das zeigt schon allein ein Blick auf das Cover der neusten Ausgabe von "Psychologie Heute". Unter der Schlagzeile "Die Weisheit des Körpers" heißt es dort: "Wie Biorhythmen unser Wohlbefinden beeinflussen und warum Pausen so wichtig sind." Brüssel nähert sich dem Volkskörper.

Aber, und auch das muss klar sein, die Brüsseler Entscheidung kann nur einen Anfang markieren. Wir müssen das Prinzip der "Denkpause" ganzheitlich zum Leitmotiv unserer Politik, ach was, zum Leitmotiv unserer gesamten gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Existenz küren. Wir entschleunigen die Globalisierung, wir entschleunigen Europa, wir entschleunigen Deutschland, entscheiden nächstes Jahr und machen dann alles besser. Das ist die Botschaft, die uns die Herrscher so trefflich vermitteln.

Das Prinzip der Denkpause eröffnet ungeahnte Möglichkeiten. Würde die SPD pausieren, könnte sie noch einmal ernsthaft über Hartz IV sinnieren, die CDU darüber, wo das Geld für ihre Kopfpauschalen herkommen soll, die Grünen über ihre Daseinsberechtigung und die FDP über ihren Parteichef. Gysi und Lafontaine könnten gemeinsame Schreiübungen im Erzgebirge veranstalten und Merz und Merkel dürften sich zusammen auch mal so richtig gehen lassen.

Natürlich, und dass darf bei aller Euphorie über die Entwicklung nicht vergessen werden, steckt hinter dem Votum für die Denkpause knallhartes politisches Kalkül. Wessen Kalkül? Na, raten Sie mal. Cui bono? Für Gerhard Schröder könnte das Prinzip der Denkpause - nach Irak-Krieg und Flut im Wahljahr 2002 - die politische Rettung im Wahljahr 2006 bedeuten. Er könnte der Nation nun eine Art kollektive Wellness-Kur verordnen, eine Ruhephase, eine Auszeit, während der er sich selbst, seine SPD und die Welt neu sortieren könnte, während der er sich stählen könnte für die Auseinandersetzung mit Angela Merkel und ihrer Union, während der er seine Chancen auf eine dritte Amtszeit in aller Ruhe hochjazzen könnte.

Deshalb, und das ist die zweite sensationelle Nachricht aus Brüssel, ist davon auszugehen, dass der Kanzler am 1. Juli im Bundestag nicht die Vertrauensfrage stellen wird. Nein, Gerhard Schröder wird an jenem Morgen an das Podium des Reichstags treten, in wallende, rote Gewänder gekleidet, umweht vom Brüsseler Geist, und eine Denkpause anordnen - Dauer mindestens ein Jahr. Die Ankündigung von Neuwahlen, wird er sagen, sei überhastet gewesen, übereilt, ein Schnellschuss nach alter Manier. Er wolle diesen Fehler nun korrigieren. Er sei dabei ganz entspannt, ganz ruhig. Und er wird Europa dafür danken.

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(