Große Koalition Koch rät zur Abwahl Becks


Hessens Ministerpräsident Roland Koch war in den vergangenen Monaten bemerkenswert ruhig. Nun hat sich der konservative Poltergeist zurückgemeldet: In einem Interview legte er dem "Hühnerhaufen" SPD nahe, sich von Parteichef Beck zu trennen.

Der hessische Ministerpräsident Roland Koch hat die SPD zu mehr Disziplin aufgefordert und ihr nahe gelegt, notfalls SPD-Chef Kurt Beck abzuwählen. "Die SPD muss jetzt als erstes aufhören, ein wilder Hühnerhaufen zu sein", sagte Koch laut einer Vorabmeldung der "Bild am Sonntag". Der stellvertretende CDU-Vorsitzende fügte hinzu, die Sozialdemokraten hätten einen Regierungsauftrag erhalten. "Wenn die SPD der Meinung ist, dass das der neue SPD-Chef Kurt Beck nicht schafft, dann kann man ihn auch abwählen."

Die Union als Partner in der Großen Koalition habe jedenfalls ein Anrecht zu wissen, wer bei der SPD das Sagen habe. "Stützen und Stürzen - beides zugleich geht halt nicht." Koch warnte die SPD davor, das Regierungsbündnis mit der Union weiter zu kritisieren: "Wer die Kanzlerin und die Große Koalition schlecht redet, der redet auch seine eigene Arbeit mit schlecht. Das sollte die SPD jetzt mal endlich kapieren! Wer einen Kompromiss wie beim Mindestlohn selbst mit beschließt und ihn danach als falsch bezeichnet, verliert den Respekt der Wähler."

Koch forderte den Koalitionspartner zur Klarstellung auf, "dass diese große Koalition Deutschland bislang nach vorne geführt hat." Er verwies auf Wirtschaftswachstum, Haushaltssanierung und zurückgehende Arbeitslosigkeit. Das seien Erfolge, die sich die Koalition "nicht kaputt reden lassen" sollte.


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