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Haupstadtflughafen: CDU-Politiker bringt BER-Neubau ins Gespräch

Wie viel Geld wird der Bau des BER noch verschlingen? Der Brandenburger CDU wäre notfalls auch ein Abriss und kompletter Neubau recht. Unterstützung erfährt die Idee von Renate Künast.

Sofort wieder abreißen? In der CDU zeigt man sich offen.

Sofort wieder abreißen? In der CDU zeigt man sich offen.

DPA

Die Brandenburger CDU bringt angesichts der nicht abreißenden Probleme am Hauptstadtflughafen BER einen Neustart ins Gespräch. "Wenn wir wirklich nicht weiterkommen, muss man das Gebäude entweder entkernen - das heißt: den Beton stehen lassen und innen alles neu machen - oder man baut wirklich neu", sagte der Bundestagsabgeordnete Jens Koeppen der in Berlin erscheinenden "B.Z.".

Der Neubau sollte dann gleich größer sein und den aktuellen Vorschriften entsprechen. Die Berliner Grünen-Politikerin Renate Künast (Grüne) schloss sich an. "Wir wollen sehen, ob es nicht vielleicht am Ende günstiger ist, nebenan ein neues Gebäude zu errichten", sagte sie der Zeitung.

Erst Schönefeld ausbauen, dann den BER

Erst am Freitag wurde beschlossen, dass der bestehende Flughafen Schönefeld bis zum geplanten Start des BER im Jahr 2017 für 65 Millionen Euro ausgebaut werden soll, da der Neubau schon bei der Eröffnung zu klein sein wird. Der BER-Aufsichtsrat gab grünes Licht für das Finanzpaket, das den Verkehrszuwachs in Schönefeld absichern und den "mittelfristigen Ausbau bis 2023 einleiten" solle, wie die Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg (FFB) erklärte. Sie rechnet bis 2023 mit 40 Millionen Passagieren. Flughafenchef Karsten Mühlenfeld sagte, der Ausbau erfolge in mehreren Stufen. Unmittelbar sollen demnach neue Terminal-Kapazitäten am alten Schönefelder Flughafen entstehen und die Planungen für neue Kapazitäten am BER beginnen. 

Erst am Montag war dieser Termin aber wieder in Frage gestellt worden, weil die zuständige Bauaufsicht im brandenburgischen Landkreis Dahme-Spree die Bauarbeiten in der BER-Haupthalle vorerst stoppte. Das Amt hat Sicherheitsbedenken, nachdem ein Statikbüro "erhebliche Lastüberschreitungen" in der Dachkonstruktion festgestellt habe. Dort installierte Rauchgasventilatoren wiegen vier anstatt der genehmigten zwei Tonnen. 

ono / DPA / AFP