Hitler-Stalin-Vergleich Linkspolitiker entschuldigt sich bei Wulff und Gauck


Mit seinem Hitler-Stalin-Vergleich im Zusammenhang mit der Bundespräsidenten-Wahl hat der Linkspolitiker Diether Dehm Empörung ausgelöst - selbst in der eigenen Partei erntete er Kritik. Nun ist er zu Kreuze gekrochen.

Nach heftiger Kritik auch aus den eigenen Reihen hat sich der Abgeordnete der Linken, Diether Dehm, beim neuen Bundespräsidenten Christian Wulff und dem unterlegenen Kandidaten Joachim Gauck für seinen Hitler-Stalin-Vergleich entschuldigt. "Wenn Herr Wulff oder Herr Gauck sich von mir in die Nähe von Hitler und Stalin gerückt fühlen sollten, entschuldige ich mich ausdrücklich bei ihnen", erklärte Dehm am Donnerstag. "Ich respektiere beide als Demokraten."

Dehm, Vorsitzender der Linkspartei in Niedersachsen und Wahlmann in der Bundesversammlung, hatte am Mittwochabend vor dem dritten Wahlgang, als die Frage im Raum stand, ob die Linke einen der beiden Kandidaten nun unterstützen würde, zu einem Fernsehjournalisten gesagt: "Was würden Sie denn machen, Sie hätten die Wahl zwischen Stalin und Hitler, was würden Sie denn machen, wenn Sie die Wahl zwischen Pest und Cholera haben, was würden Sie denn machen, das sind hypothetische Fragen. Warum soll ich mich zwischen etwas entscheiden, was beides Krieg und sehr viel Leid für Hartz-IV-Empfänger und sehr viel Leid übrigens auch für Gewerkschafter in diesem Land bedeutet."

SPD empört über "unsägliche Entgleisung"

SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier sprach von einer "unsäglichen Entgleisung". Die demokratische Wahl zwischen Wulff und Gauck in einen solchen Zusammenhang zu bringen, dürfe nicht einfach hingenommen werden.

In seiner Erklärung schrieb Dehm, er habe "auf die inquisitorische Aufforderung eines Journalisten, wir als Linke müssten uns nun doch entscheiden", in einer Situation persönlicher Erregung gesagt, "dass wir nicht mehr in den 20er Jahren leben, wo Linke oft vor grausame Entscheidungen gestellt waren". Gestern sei es um eine vollkommen andere Dimension und eine vollkommen andere Entscheidung gegangen. Es sei gut, dass die Linken sich hätten enthalten können.

joe/APN/DPA DPA

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