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+++ Ticker zur Wahl +++: Der spannende Wahlabend zum Nachlesen

Der Sieg der Union bei der Bundestagswahl war lange erwartet worden. Aber würde es für eine absolute Mehrheit reichen? Auch in Sachen FDP und AfD blieb es lange spannend. Der Wahlabend zum Nachlesen.

+++ 2:55 Uhr: Vielen Dank und gute Nacht +++

Mit dem vorläufigen amtlichen Endergebnis verabschiedet sich die stern.de-Redaktion nach einem spannenden Wahlabend von Ihnen und wünscht eine gute Nacht! Ab Morgen dreht sich auf stern.de alles um Wahlanalysen und den Ausblick auf die kommende Regierungskoalition.

+++ 2:47 Uhr: Vorläufiges amtliches Endergebnis steht fest +++

Die Union ist klarer Wahlsieger - die FDP erstmals seit 1949 nicht mehr im Bundestag vertreten. Nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis kamen CDU/CSU auf 41,5 Prozent der Stimmen. Die SPD holte 25,7 Prozent. Die FDP scheiterte mit 4,8 Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde, die eurokritische Alternative für Deutschland (AfD) verpasste mit 4,7 Prozent ebenfalls knapp den Einzug in den Bundestag. Die Linke holt 8,6 Prozent, die Grünen 8,4 Prozent der Stimmen.

+++ 1:57 Uhr: Alle Stimmen ausgezählt +++

Die Union hat die Bundestagswahl mit deutlichem Abstand gewonnen, die FDP und die Alternative für Deutschland (AfD) scheitern knapp an der Fünfprozenthürde. Das zeigte am frühen Montagmorgen das vom Bundeswahlleiter veröffentlichte Zwischenergebnis nach Auszählung aller 299 Wahlkreise. Demnach erhielt die Union 41,5 Prozent, die SPD kam auf 25,7 Prozent. Auf Platz drei landete die Linke mit 8,6 Prozent, die Grünen lagen mit 8,4 Prozent knapp dahinter. Die FDP muss mit nur 4,8 Prozent der Stimmen den Bundestag verlassen. Auch die Euro-kritische AfD schaffte es mit 4,7 Prozent nicht ins Parlament. Bei den Daten handelt es sich noch nicht um das vorläufige amtliche Endergebnis.

+++ 1:37 Uhr: Linke in vier Ländern zweitstärkste Kraft +++

In Ostdeutschland ist die Linkspartei trotz ihrer Stimmverluste bei der Bundestagswahl teilweise weiterhin zweitstärkste Kraft noch vor der SPD. Nach den Landesergebnissen gilt dies in Mecklenburg-Vorpommern (21,5 zu 17,8 Prozent), Sachsen-Anhalt (23,9 zu 18,2), Thüringen (23,4 zu 16,1) und Sachsen (20,0 zu 14,6). In Brandenburg dagegen verschob sich das Kräfteverhältnis wieder zugunsten der Sozialdemokraten: 2009 lag die Linke dort noch vor der SPD, nun ist es wieder umgekehrt (22,4 zu 23,1).

+++ 1:20 Uhr: Grüne skeptisch gegenüber Schwarz-Grün +++

Die Partei- und Fraktionsführung der Grünen sieht die Chance für ein Regierungsbündnis mit der Union äußerst skeptisch. Gesprächen mit CDU/CSU würde man sich zwar nicht verweigern, aber wegen enormer inhaltlicher Differenzen wird ein Erfolg für wenig wahrscheinlich gehalten. Das wurde nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur bei einem Treffen von Spitzenkandidaten, Fraktions- und Parteiführung in der Nacht zu Montag deutlich.

+++ 1:02 Uhr: Von der Leyen unterliegt Buhlmahn +++

Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen trat im Wahlkreis Stadt Hannover II erneut gegen Ex-Bildungsministerin Edelgard Buhlmahn (SPD) an - und zog wie bereits 2009 den Kürzeren. Auch ein weiterer prominenter CDU-Abgeordneter kam bei der Direktwahl nicht zum Zuge: Bundestagspräsident Norbert Lammert unterlag im Wahlkreis Bochum I, einer Hochburg der Sozialdemokraten, erneut dem SPD-Europapolitiker Axel Schäfer.

+++ 0:58 Uhr: Cameron gratuliert Merkel via Twitter +++

Der britische Premierminister David Cameron hat Bundeskanzlerin Angela Merkel zum klaren Sieg von CDU und CSU bei der Bundestagswahl gratuliert. "Ich freue mich darauf, weiterhin eng mit ihr zusammenzuarbeiten", schrieb Cameron am späten Sonntagabend beim Kurznachrichtendienst Twitter. Glückwünsche hatten Merkel zuvor unter anderem von Frankreichs Präsident François Hollande und von der EU-Kommission erhalten.

+++ 0:46 Uhr: CDU gewinnt Direktmandat mit drei Stimmen Vorsprung +++

Mit nur drei Stimmen Vorsprung hat die CDU das Direktmandat im Wahlkreis Essen III gewonnen. Der CDU-Kandidat Matthias Hauer erhielt bei der Bundestagswahl 59 043 Stimmen, auf die SPD-Kandidatin Petra Hinz entfielen nach Angaben der Landeswahlleiterin 59 040 Stimmen. Beide Kandidaten kamen damit auf 39,5 Prozent der Stimmen. Hinz hatte den Wahlkreis vor vier Jahren mit knapp 4000 Stimmen Vorsprung gewonnen.

+++0:40 Uhr: Nur zwölf Wahlkreise fehlen noch +++

Allzu lange dürfte es nicht mehr dauern bis zum vorläufigen amtlichen Endergebnis: 287 von 299 Wahlkreisen sind inzwischen ausgezählt.

+++ 0:13 Uhr: Steinbrück verpasst Direktmandat+++

SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück hat seinen Wahlkreis erneut nicht direkt gewinnen können. Er unterlag bei der Bundestagswahl am Sonntag in Mettmann I bei Düsseldorf der CDU-Bundestagsabgeordneten Michaela Noll. Die Politikerin holte 49,5 Prozent der Erststimmen, Steinbrück 34,6 Prozent.

+++ 0:08 Uhr: FDP und AfD gleichauf +++

Der Bundeswahlleiter sieht FDP und AfD gerade auf Augenhöhe: Beide Parteien liegen derzeit bei 4,8 Prozent und verpassen somit den Einzug in den Bundestag.

+++ 23.9., 0:01 Uhr: Europaabgeordneter kritisiert Trittin +++

Der Europaabgeordnete der Grünen, Werner Schulz, hat den Spitzenkandidaten Jürgen Trittin für das schlechte Ergebnis der Partei bei der Bundestagswahl verantwortlich gemacht. "Trittin hat sich zulasten der Grünen profiliert, hat die Finanzpolitik im Wahlkampf in den Vordergrund geschoben, weil er unbedingt Finanzminister werden wollte", sagte Schulz der "Bild"-Zeitung (Montag). "Wichtige Themen wie Klimawandel und Energiewende wurden sträflich vernachlässigt. Dafür haben wir jetzt die Quittung erhalten." Nach den Hochrechnungen war die Partei am Sonntagabend auf 8,4 Prozent zurückgefallen.

+++ 23:46 Uhr: FDP darf noch hoffen +++

+++ 23:20 Uhr: Comedian Simbeck verpasst Bundestagsmandat +++

Der Schauspieler und Comedian Florian Simbeck hat den Einzug in den Bundestag verpasst. Er unterlag im bayerischen Wahlkreis Freising, wo er für die SPD antrat, dem CSU-Kandidaten. Bekannt wurde Simbeck als Teil des erfolgreichen Komiker-Duos "Erkan & Stefan", in dem er den Stefan verkörperte.

2012 war Simbeck von den SPD-Kreisverbänden Freising und Pfaffenhofen mit 98 Prozent zum Direktkandidaten für die Bundestagswahl nominiert worden. Der 42-Jährige hat Rechtswissenschaften studiert und arbeitet heute als Journalist, Schauspieler und Comedian.

+++ 23:05 Uhr: Kubicki und Lindner beraten über FDP-Zukunft +++

Nach dem Absturz der Liberalen bei der Bundestagswahl geht Schleswig-Holsteins FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki in die Offensive: Er werde sich noch am Sonntagabend mit seinem nordrhein-westfälischen Kollegen Christian Lindner zusammensetzen, um mit ihm "über die Zukunft der FDP zu beraten", sagte Kubicki der Zeitung "Die Welt" (Montagsausgabe). Für Rücktrittsforderungen in Richtung Parteispitze sei es aber noch zu früh. Der NRW-FDP-Chef Lindner gilt bei den Liberalen als Hoffnungsträger und möglicher Kandidat für den Posten des Parteichefs.

+++ 22:54 Uhr: Michelle Müntefering zieht in den Bundestag ein +++

SPD-Politikerin Michelle Müntefering hat in ihrem Wahlkreis Herne-Bochum II das Direktmandat für den Bundestag gewonnen. Sie erhielt nach Angaben der Stadt bei der Wahl am Sonntag 48,6 Prozent der Erststimmen. Ihr Ehemann, der frühere SPD-Vorsitzende Franz Müntefering, war bei der Bundestagswahl nicht mehr angetreten.

+++ 22:46 Uhr: Rösler holt kaum Erststimmen +++

Neben dem miserablen bundesweiten Abschneiden seiner Partei hat FDP-Chef Philipp Rösler am Sonntag auch eine persönliche Wahlschlappe erlitten. Der Bundeswirtschaftsminister brachte es in seinem Wahlkreis Hannover-Land I auf gerade einmal 2,6 Prozent der Erststimmen.

Rösler war erstmals bei einer Bundestagswahl ins Rennen gegangen, bei der Wahl 2009 hatte er noch im Landtag in Hannover gesessen. Auch der Kandidat der Linkspartei, Diether Dehm, war Rösler am Sonntag mit 3,6 Prozent der Erststimmen um einen Prozentpunkt voraus. Das Rennen im Wahlkreis Hannover-Land I machte CDU-Mann Hendrik Hoppenstedt mit 44,3 Prozent der Erststimmen.

+++ 22:06 Uhr: Trittin sieht wenig Substanz für Schwarz-Grün +++

Grünen-Spitzenkandidat Jürgen Trittin räumte nach dem schlechten Ergebnis der Grünen bei der Bundestagswahl ein: "Wir haben gespielt, und wir haben verloren. Und das akzeptiert man dann auch." Man werde gegebenenfalls mit der Union Gespräche führen. Aber derzeit sehe er wenig Substanz für gemeinsames Handeln mit der Union, machte Trittin deutlich. Die Grünen hatten zum vierten Mal in Folge auf Bundesebene Stimmen eingebüßt.

+++ 21:30 Uhr: Schröder erklärt Rückzug +++

Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) hat am Wahlabend ihren Rückzug aus dem Bundeskabinett angekündigt. "Ich habe mich entschieden, für das nächste Kabinett nicht wieder als Ministerin zur Verfügung zu stehen", sagte Schröder am Sonntagabend in Wiesbaden. "Ich möchte zukünftig mehr Zeit für meine Familie haben, vor allem für meine Tochter Lotte." Das Statement ist auf ihrer Homepage nachzulesen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) habe sie diesen Beschluss schon Anfang des Jahres mitgeteilt, sagte die 36-Jährige.

+++ 21:21 Uhr: Ströbele holt zum vierten Mal Direktmandat in Berlin +++

Der Grünen-Politiker Hans-Christian Ströbele hat zum vierten Mal in Folge das Direktmandat im Berliner Wahlkreis Friedrichshain-Kreuzberg geholt. Der 74-Jährige büßte nach den Zahlen der Landeswahlleiterin am Sonntag aber Stimmen ein. Der Grüne erhielt 36,7 Prozent der Erststimmen - 10 Prozentpunkte weniger als vor vier Jahren. Ströbele behält in seinem Wahlkreis aber großen Abstand zu den Kandidaten von Linkspartei, SPD und CDU.

+++ 21:14 Uhr: Das Vorgehen nach der Wahl +++

Nach dem knappen Rennen am Wahlabend kommen am Montag die Spitzengremien der Parteien zusammen, um über das Wahlergebnis und die Folgen zu beraten. Wenn Koalitionsverhandlungen nötig sind, werden diese erst zu einem späteren Zeitpunkt aufgenommen. Bei der Bundestagswahl 2009 dauerte es eine Woche bis zu deren Beginn.

Am Dienstag tagen die Fraktionen von Union, SPD, Grünen und Linken, CDU/CSU und Sozialdemokraten wählen dabei bereits ihre neuen Fraktionschefs. Bei der Union will sich Volker Kauder wieder für das Amt bewerben. Bei der SPD könnte sich Frank-Walter Steinmeier ebenfalls zur Wiederwahl stellen. Ob die ursprünglich für Montag angesetzte Fraktionssitzung der FDP zumindest mit den "alten" Abgeordneten stattfindet, war zunächst nicht klar. Die Alternative für Deutschland (AfD) gibt am Montag eine Pressekonferenz.

Der Bundestag muss sich gemäß Artikel 39 des Grundgesetzes spätestens 30 Tage nach der Wahl zu seiner konstituierenden Sitzung treffen, also spätestens am 22. Oktober. Dabei wird unter anderem der Bundestagspräsident gewählt. In der zweiten Sitzung des Bundestages wählen die Abgeordneten den Bundeskanzler.

+++ 21:08 Uhr: Die Wahlpartys +++

Jubel und Sekt oder lange Gesichter und betretenes Schweigen: Einige Wahlpartys wurden nach 18.00 Uhr zur Trauerfeier. Wie Anhänger von Union, SPD, Grünen, Linke, FDP und AfD auf die ersten Prognosen reagierten, sehen Sie im Video.

+++ 20:42 Uhr: Angefressene FDP +++

Die FDP hat ein desaströses Wahlergebnis eingefahren: Sie wird voraussichtlich an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern und 2013 nicht wieder in den Bundestag einziehen. Twitter-Userin Kathrin Meyer hat die fortschreitende Entfernung der Liberalen aus der (politischen) Landschaft bereits beobachtet:

+++ 20:31 Uhr: Osten wählt AfD statt FDP +++

Die eurokritische AfD hat bei der Bundestagswahl am Sonntag vor allem im Osten viele Stimmen eingefahren. Einer Hochrechnung des MDR zufolge kam die Alternative für Deutschland in den ostdeutschen Bundesländern auf 5,9 Prozent, im Westen dagegen nur auf 4,6 Prozent.

Andersherum sah es bei der FDP aus: Sie kam im Westen auf 5,0 Prozent, im Osten dagegen nur auf 2,6 Prozent der Wählerstimmen.

+++ 20:27 Uhr: Özdemir kündigt personelle Konsequenzen an +++

Grünen-Chef Cem Özdemir rechnet nach dem schlechten Abschneiden seiner Partei bei der Bundestagswahl mit personellen Veränderungen in der Parteiführung. Er wollte aber im ZDF keine genaueren Angaben machen. "Die Aufarbeitung beginnt morgen. ... Da wird nichts unterdrückt werden." Das Potenzial für grüne Politik liege jedenfalls wesentlich höher. Das sehe man etwa in Baden-Württemberg oder in Nordrhein-Westfalen. Das Thema Veggie Day oder höhere Steuern gebe Grünen-Politik nicht wieder.

+++ 20:13 Uhr: Schäuble will weitermachen +++

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat nach dem Wahlerfolg der Union bei der Bundestagswahl signalisiert, weiter im Amt bleiben zu wollen. Er sei "bereit, Verantwortung zu übernehmen", sagte der Politiker am Sonntagabend in der ARD. Konkret werde über seinen Verbleib an der Spitze im Finanzministerium aber erst geredet, wenn feststehe, wie die nächste Regierung gebildet werde. "Ich bin froh, dass ich diese vier Jahre diese Aufgabe, die eine schwere Aufgabe ist, glaub' ich ganz gut meistern konnte."

Auf die Frage, ob Deutschland angesichts des starken Abschneidens der Union künftig in Europa noch mehr für eine Sparpolitik eintreten werde, sagte Schäuble, er habe bereits vor der Wahl in ausländischen Zeitungen gesagt, Europa brauche sich um die Wahlen in Deutschland keine großen Sorgen machen. "Wir werden unsere Rolle verlässlich weiterspielen: Stabilitätsanker, auch Wachstumslokomotive zu sein, und darüber hinaus natürlich Europa zusammenzuhalten, nicht die Kavallerie zu sein."

+++ 20:03 Uhr: Hollande will Zusammenarbeit mit Merkel fortsetzen +++

Der sozialistische französische Präsident François Hollande hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zu ihrem Erfolg bei der Bundestagswahl gratuliert. Beide hätten ihren Willen bekräftigt, "ihre enge Zusammenarbeit fortzusetzen, um die neuen Herausforderungen des Aufbaus Europas zu meistern", hieß es in einer Mitteilung des Präsidialamtes am Sonntag in Paris. Ferner wollten beide "weiter unermüdlich an der Annäherung zwischen Frankreich und Deutschland arbeiten". Hollande hat die Bundeskanzlerin nach Bildung ihrer Regierung nach Paris eingeladen, um die anstehenden Termine vorzubereiten.

+++ 19:58 Uhr: Lucke: AfD ist neue Volkspartei +++

Der Vorsitzende der eurokritischen Alternative für Deutschland (AfD), Bernd Lucke, sagte: "Wir sind ganz bestimmt keine neue FDP. Wir sind eine neue Volkspartei." Die AfD habe Stimmen aus allen politischen Lagern bekommen. Zu einer möglichen Rolle im Bundestag sagte er, es müsse sich herausstellen, wie sich die anderen Parteien zur Euro-Rettung positionierten. "Wir haben ja immer gesagt, wir sind natürlich bereit, mit jedem zu sprechen, der sich von der Euro-Rettungspolitik grundsätzlich abwenden will." Dies sei die Bedingung dafür, "dass es in irgendeiner Form punktuelle Zusammenarbeit geben könnte".

Die AfD wird von ARD und ZDF in ersten Hochrechnungen mit 4,9 Prozent knapp unter der Fünf-Prozent-Hürde gesehen.

+++ 19:41 Uhr: Grüne wollen Ergebnis analysieren +++

Die Grünen haben nach der Bundestagswahl am Sonntag eine bittere Niederlage eingeräumt. "Wir haben unsere Ziele nicht erreicht", sagte Spitzenkandidatin Katrin Göring-Eckardt am Sonntag nach Bekanntwerden der ersten Hochrechnungen in Berlin. Nun müsse das Ergebnis "sehr ehrlich und klar" analysiert werden, sagte die Spitzenkandidatin. Koalitionsgespräche mit der Union wollte Göring-Eckardt im ZDF nicht ausschließen. "Aber die Erfolgsaussichten dafür sehe ich nicht besonders groß".

Göring-Eckardt verwies ebenso wie Co-Spitzenkandidaten Jürgen Trittin darauf, dass die Grünen im Wahlkampf starkem Gegenwind ausgesetzt gewesen seien. "Wir werden uns dieser bitteren Realität stellen müssen", sagte Trittin zu dem Wahlergebnis. Die Grünen haben Hochrechnungen zufolge rund acht Prozent der Stimmen erreicht, und damit spürbare Verluste gegenüber der Wahl von 2009 erlitten.

+++ 19:24 Uhr: Piraten schauen nach vorn +++

Trotz der Enttäuschung, mit nur 2,3 Prozent nicht den Sprung in den Bundestag geschafft zu haben, blickt die Piratenpartei nach vorn. Via Twitter dankt sie ihren Wählern und kündigt an, weiterarbeiten zu wollen.

+++ 19:15 Uhr: Auch in Hessen keine klassischen Koalitionen +++

Nach der Landtagswahl steht Hessen vor einer schwierigen Regierungsbildung: Schwarz-Gelb ist auch dort abgewählt, Rot-Rot-Grün möglich, aber wenig wahrscheinlich. Die CDU wird ersten Prognosen zufolge stärkste Partei, die bisher mitregierende FDP fliegt aus dem Parlament. Die SPD, die 2009 in ihrer einstigen Hochburg auf ihr schlechtestes Nachkriegsergebnis abgesackt war, legt kräftig zu. Für einen Machtwechsel braucht Rot-Grün nach den ersten Zahlen jedoch die Linken.

SPD-Spitzenkandidat Thorsten Schäfer-Gümbel hatte Rot-Rot-Grün im Vorfeld "politisch" ausgeschlossen, "formal" jedoch nicht und sich somit ein Hintertürchen offengelassen. CDU-Ministerpräsident Volker Bouffier verlangte von seinem Widersacher im Wahlkampf vergeblich ein "Ehrenwort", nicht mit der Linken zu koalieren. Rechnerisch möglich ist auch eine große Koalition. Käme die Linke nicht in den Landtag, würde es für Rot-Grün reichen.

+++ 19:02 Uhr: Mögliche Rücktritte in der FDP +++

FDP-Chef Philipp Rösler und Spitzenkandidat Rainer Brüderle übernehmen nach eigenen Worten die politische Verantwortung für das Debakel ihrer Partei bei der Bundestagswahl. Beide deuteten am Sonntagabend in Berlin ihren Rücktritt an.

+++ 18:54 Uhr: Steinbrück will noch nicht über Koalitionen reden +++

Im Willy-Brandt-Haus wandte sich Herausforderer Peer Steinbrück (SPD) an seine Anhänger. Er bedankte sich bei allen, die mitgeholfen haben, für einen "fantastischen Wahlkampf". Zwar habe die SPD Stimmen aufholen können, habe aber ihr eigentliches Ziel nicht erreicht. Steinbrück sagte außerdem, die SPD solle sich am Wahlsonntag nicht dazu hinreißen lassen, Spekulationen über eine mögliche Regierung nachzugeben. "Der Spielball liegt bei Frau Merkel", sie müsse sich nun nach Koalitionspartnern umsehen.

+++ 18:54 Uhr: Union vor absoluter Mehrheit+++

Die Union kann einer ZDF-Hochrechnung zufolge auf eine absolute Mehrheit bei der Bundestagswahl hoffen. Sie kommt demnach auf 303 von 606 Sitzen, wie aus einer Hochrechnung des Senders am Sonntag hervorging.

+++ 18:50 Uhr: Merkel freut sich über "Super Ergebnis" +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel ist im Konrad-Adenauer-Haus vor die CDU-Anhänger getreten und dankte allen Wählern, Unterstützern und ihren Mitarbeitern der letzten Jahre. Auch dankte sie ihrem abseits stehenden Ehemann Joachim Sauer, der in den letzten Jahren einiges habe ertragen müssen.

Sie plane "erfolgreiche Jahre für Deutschland", wolle aber zunächst erst einmal das endgültige Wahlergebnis abwarten. Morgen solle sich in Gremien beraten werden. "Aber feiern dürfen wir heute schon", freute sich Merkel.

+++ 18:40 Uhr: Gysi zufrieden, Piraten enttäuscht +++

Linken-Fraktionschef Gregor Gysi hat sich zufrieden mit dem Abschneiden seiner Partei bei der Bundestagswahl gezeigt. "Wer hätte das 1990 gedacht, dass diese Partei die drittstärkste politische Kraft der Bundesrepublik Deutschland wird", rief er am Sonntagabend seinen Anhängern in einem ersten Statement zu.

Nach ersten Hochrechnungen des ZDF hat die Linke mit 8,5 Prozent stärker abgeschnitten als die Grünen mit 8,0 Prozent. Damit wäre Gysi im Fall einer großen Koalition als Fraktionschef der Linken neuer Oppositionsführer im Bundestag.

Der Vorsitzende der Piratenpartei hat enttäuscht auf das schlechte Abschneiden der Piraten bei der Bundestagswahl reagiert. "Ich hatte mir ein besseres Ergebnis gewünscht", sagte Parteichef Bernd Schlömer am Sonntag. Die Piratenpartei erhielt ersten Hochrechnungen zufolge lediglich 2,5 Prozent der Wählerstimmen. Selbstkritisch merkte er an: "Wir müssen überlegen, wie wir unsere Positionen einfacher, verständlicher und klarer an die Bürger bringen."

+++ 18:35 Uhr: "Bitterste Stunde" für FDP seit Jahrzehnten +++

Der nordrhein-westfälische FDP-Vorsitzende Christian Lindner sprach nach der ersten Prognose, nach der die FDP es nicht in den Bundestag schafft, von der "bittersten Stunde für die Liberalen seit vielen Jahrzehnten". Man habe in der Öffentlichkeit nicht überzeugt. "Da kann es ja überhaupt keinen Zweifel daran geben." Auf die Frage, ob die Partei jetzt auseinanderbricht, sagte Lindner, es gebe ausreichend liberales Wählerpotenzial. Das gelte es jetzt abzurufen.

Der Kieler FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki kritisierte die Wahlkampfstrategie seiner Partei. "Ich finde das eine beachtliche Leistung, dass man mit fünf Ministern der größten Bundestagsfraktion aller Zeiten innerhalb von vier Jahren die FDP von 14,6 auf 5 Prozent oder darunter bringt", sagte Kubicki am Sonntag der Nachrichtenagentur dpa. "Eine ordentliche Wahlkampfstrategie mit einem souveränen Auftreten sieht anders aus."

+++ 18:30 Uhr: Linke wirbt für Rot-Rot-Grün +++

Die Linkspartei wirbt für eine Koalition mit SPD und Grünen im Bundestag. "Wenn es eine Mehrheit gegen die Konservativen gibt, dann gebt euch einen Ruck und ermöglicht einen Politikwechsel", forderte Bundesgeschäftsführer Matthias Höhn am Sonntag in Berlin auf der Wahlparty der Linkspartei. Die Linken sind trotz Verlusten zur vorangegangenen Bundestagswahl einer ersten Hochrechnung zufolge drittstärkste Partei geworden.

Sollte die FDP an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern, kann die schwarz-gelbe Koalition, die Wahlsieger CDU/CSU bevorzugt, nicht fortgesetzt werden. Auch für die rot-grüne Koalition, für die die SPD warb, reichen die Stimmen nicht. Möglich werden nun eine Große Koalition aus CDU/CSU und SPD und eine Koalition aus SPD, der drittstärksten Kraft Linkspartei und den Grünen sowie eine schwarz-grüne Koaltion aus CDU/CSU und den Grünen.

+++ 18:20 Uhr: Nahles: "Heute keine Koalitionen" +++

SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles hat sich leicht enttäuscht über das Ergebnis ihrer Partei bei der Bundestagswahl geäußert. "Wir hätten uns auf Bundesebene natürlich einen höheren Zuwachs gewünscht", sagte Nahles am Sonntagabend im ZDF. Die CDU habe die Wahl gewonnen. Nun müsse man abwarten, was Bundeskanzlerin Angela Merkel daraus mache. "Wir machen heute Abend keine Koalitionen fest", betonte Nahles mit Blick auf ein mögliches Regierungsbündnis mit der Union. Das müssten zunächst die Gremien der SPD entscheiden.

+++ 18:15 Uhr: Höhere Wahlbeteiligung als 2009 +++

Nach Angaben von ARD und ZDF lag die Wahlbeteiligung mit 72 bis 73 leicht höher als 2009. Damals gingen nur 70,8 Prozent aller Wahlberechtigten zur Wahl.

+++ 18:10 Uhr: Die erste Prognose +++

Die Wahllokale sind geschlossen, die erste Prognose von Infratest dimap ist da. Stärkste Partei ist mit 42 Prozent die CDU/CSU, die im Vergleich zur Bundestagswahl 2009 8,2 Prozent dazugewinnen konnte. Die SPD kommt mit einem Plus von 3 Prozent auf 26 Prozent. Mit 4,9 Prozent ziehen sowohl FDP als auch AfD voraussichtlich nicht in den Bundestag ein. Die Linke kommt mit einem Minus von 3,4 Prozen auf 8,5 Prozent der Stimmen. Die Grünen verlieren 2,7 Prozent und kommen auf 8 Prozent der Stimmen. Mit 2,5 Prozent wird die Piratenpartei voraussichtlich nicht in den Sprung in den Bundestag schaffen.

+++ 17:54 Uhr: Parteianhänger versammeln sich +++

Kurz vor Bekanntgabe der ersten Prognose haben sich die Parteianhänger bereits auf den Wahlpartys versammelt. Hunderte CDU/CSU-Wähler sind beispielsweise ins Konrad-Adenauer-Haus in Berlin gekommen, zur SPD-Party zum Willy-Brandt-Haus hatten sich sogar 1500 Menschen angekündigt. Kurzerhand stellte die SPD dort - passend zum Beginn des Oktoberfestes - ein Bierzelt für ihre Wähler auf.

+++ 17:45 Uhr: Was mit den Stimmzetteln passiert +++

In einer Viertelstunde schließen die Wahllokale, dann beginnen die Wahlhelfer mit der Auswertung der Stimmzettel. Aber was passiert eigentlich mit den Dokumenten, wenn alle Kreuzchen gezählt wurden? Die Bundeszentrale für politische Bildung hat die Antwort.

+++ 16:55 Uhr #btw13 bei Twitter +++

Auch bei Twitter ist die Bundestagswahl eins der Topthemen. Eins der am häufigsten am Wahlsonntag in Deutschland verwendeten Hashtags ist "bwt13", mit dem User ihre Tweets zur Wahl markieren. So gab Moderator Jan Böhmermann beispielsweise über den Kurznachrichtendienst bekannt, er sei "heute nur wählen gegangen, um Denkblase und Nichtwählerguru Richard David Precht eins auszuwischen."

Auch Hans Sarpei, der frühere Fußballspieler und heutige Social-Media-Berater und Twitter-Star, gab einen gewohnt humoristischen Tweet zur Wahl ab, indem er alle NPD-Wähler daran erinnerte, dass die Bundestagswahl am 22. Oktober stattfinde.

+++ 16:02 Uhr: Bisher deutlich höhere Wahlbeteiligung als 2009 +++

Die Wahlbeteiligung bei der Bundestagswahl ist bislang höher als bei der letzten Bundestagswahl 2009. Bis 14.00 Uhr gaben 41,4 Prozent aller Wahlberechtigten ihre Stimmen ab, teilte der Bundeswahlleiter am Sonntagnachmittag in Wiesbaden mit. Im Jahr 2009 lag die Wahlbeteiligung bis 14.00 Uhr bei 36,1 Prozent.

Der Zwischenstand wird auf Grundlage der Wahlbeteiligung in ausgewählten Wahllokalen ermittelt. Dabei sind die abgegebenen Stimmen der Briefwähler nicht berücksichtigt. Insgesamt gingen damals 70,8 Prozent aller Wahlberechtigten an die Urnen. Die Wahlbeteiligung war damit damals um 6,9 Prozentpunkte geringer als bei der Wahl 2005 und so niedrig wie bei keiner Bundestagswahl zuvor.

Mit Blick auf die Bundesländer zeigen sich einige Unterschiede, was die Wahlbeteiligung betrifft. In Schleswig-Holstein war bis 14.00 Uhr immerhin fast jeder zweite Wahlberechtigte an der Urne (48,9 Prozent). Auch Thüringen hat bisher eine vergleichsweise hohe Wahlbeteiligung (44,5 Prozent). In den meisten Bundesländern ist die Wahlbeteiligung im Vergleich zu 2009 gestiegen. In Hamburg war mittags ein Plus von 3,6 Prozentpunkten zu verbuchen. Allerdings ist die Wahlbeteiligung in der Hansestadt mit 35,4 Prozent bislang mit am geringsten.

+++ 15:47 Uhr: Wo muss das Kreuz für den Bundespräsidenten hin? +++

Bundestagswahl, hessische Landtagswahl - da kann man schon mal durcheinander kommen: In der Rosa-Parks-Grundschule in Berlin-Kreuzberg füllte ein älterer Herr seinen Wahlzettel aus - doch etwas fehlte ihm auf der Liste, auf der sich sogar Hundetrainer Frank di Leo als Kandidat für die "Hundefreunde Kreuzberg" um ein Direktmandat im Bundestag bewarb. Bevor er seinen Wahlzettel in die Urne warf, ging der Rentner zum Wahlhelfer und fragte ihn: "Ich hab da mal 'ne Frage: Ich dachte, heute wird auch der Bundespräsident gewählt."

Verdutzter Blick des Wahlhelfers - gefolgt von einer Erklärung, dass der weder heute, noch direkt gewählt werde. Sondern von der Bundesversammlung aus Ländervertretern und Bundestagsabgeordneten.

+++ 15:42 Uhr: Hessische Spitzenkandidaten haben gewählt +++

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und sein Herausforderer Thorsten Schäfer-Gümbel (SPD) rund 18 Kilometer voneinander entfernt ihre Stimmen ab. Parallel zur Bundestagswahl wird in Hessen auch ein neuer Landtag gewählt. In den letzten Umfragen lagen die in Hessen regierende schwarz-gelbe Koalition und das rot-grüne Oppositionsbündnis praktisch gleichauf.

Bouffier wählte am Sonntagmittag in Gießen, Schäfer-Gümbel im benachbarten Lich. "Eine gewisse Anspannung ist da, das ist klar, es geht um viel", sagte Schäfer-Gümbel später. Das Bauchgefühl sei optimistisch, aber ein paar Restzweifel gebe es, weil es sehr eng in Hessen werde. Bouffier und Schäfer-Gümbel treten im selben Wahlkreis als Direktkandidaten für die Landtagswahl an.

+++ 13.48 Uhr: Merkel hat gewählt +++

Wem sie ihre Stimme gegeben hat, dürfte wohl klar sein: Angela Merkel ist gegen 13.30 Uhr in Begleitung von Ehemann Joachim Sauer in das Wahllokal in der Humboldt-Universität im Bezirk Mitte gekommen und hat dort ihre Kreuzchen gemacht.

+++ 12.47 Uhr: Manuela Schwesig mit Last-Minute-Wahlkampf +++

Vorbildlich: Manuela Schwesig macht für die SPD Wahlkampf bis zur letzten Minute. Noch für 13 Uhr lädt die Sozialpolitikerin nochmal zur Twitter-Fragestunde.

+++ 12.00 Uhr: Hamburg stimmt auch über Energienetze ab +++

In Hamburg haben die Wahllokale nicht nur für die Bundestagswahl, sondern auch für den Volksentscheid über den Rückkauf der Energienetze geöffnet. Dabei können mehr als 1,29 Millionen Bürger über die Rekommunalisierung der Energienetze abstimmen - dabei dürfen auch Jugendliche ab 16 Jahren ihr Kreuzchen machen. Es geht um die Frage, ob die Stadt die Strom- und Gasnetze wieder komplett unter kommunale Kontrolle bringen soll.

Die Stimmzettel zum Volksentscheid wollen die Wahlhelfer bis 24.00 Uhr ausgezählt haben. Landeswahlleiter Willi Beiß gab sich optimistisch, dass mit der Abstimmungen über die Energienetze auch das Interesse an der Bundestagswahl steigt und mehr Bürger in die Wahllokale strömen.

+++ 10.31 Uhr: Steinbrück hat Stimme abgegeben +++

In seinem Bonner Wahllokal gibt Peer Steinbrück gibt als erster der Spitzenkandidaten seine Stimme ab. Er habe gut geschlafen, so der SPD-Politiker. Der Wahlkampf habe ihm Spaß gemacht. Die SPD sei in der letzten Zeit in der Lage gewesen, sich deutlich zu profilieren. Das habe ihn gefreut. "Ich hoffe, dass sich das auch im Wahlergebnis widerspiegelt."

+++ 9.45 Uhr - Drei Millionen Erstwähler +++

Rund drei Millionen Deutsche dürfen sich erstmals an einer Bundestagswahl beteiligen. Das sind 4,8 Prozent der insgesamt 61,8 Millionen Wahlberechtigten.

+++ 8.20 Uhr - Steinbrück: Übernehme kein Ministeramt in Großer Koalition +++

SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück hat bekräftigt, in einer großen Koalition keinen Ministerposten übernehmen zu wollen. Klar seien für ihn zwei Dinge, sagte Steinbrück der "Bild am Sonntag". "Ich will Bundeskanzler einer rot-grünen Regierung werden. Und: Für das Kabinett einer Großen Koalition stehe ich nicht zur Verfügung."

Der Herausforderer von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) kündigte zugleich an, auch bei einem schlechten Wahlergebnis eine führende Rolle in der SPD spielen zu wollen. "Ich bleibe an Deck der SPD, unabhängig davon, wie die Wahl ausgeht." Er werde weiterhin Verantwortung übernehmen. "Wie das genau aussehen wird, hängt vom Wahlausgang ab", sagte Steinbrück.

+++ 8.08 Uhr - Rund 4,4 Millionen Bürger in Hessen aufgerufen +++

Seit 8.00 Uhr haben die Hessen gleich zweimal die Wahl. Mit der Öffnung der Wahllokale am Sonntagmorgen können rund 4,4 Millionen Menschen über die nächste Landesregierung entscheiden. Außerdem stimmen die Bürger über die Zusammensetzung des Bundestages ab. Bei beiden Wahlen wird mit einem äußerst spannenden Rennen gerechnet. In den letzten Umfragen lagen die in Hessen regierende schwarz-gelbe Koalition und das rot-grüne Oppositionsbündnis praktisch gleichauf. Insgesamt treten 18 Parteien und Wählergruppierungen in Hessen an.

+++ 8.00 Uhr - Die Wahllokale öffnen ihre Türen +++

Am Samstag kämpften die Spitzenpolitiker noch einmal um Wählerstimmen. Nach knapp 60 Wahlkampfauftritten in ganz Deutschland beendete Kanzlerin Merkel die Werbetour für die CDU in ihrem Wahlkreis in Stralsund. "Ja, es wird knapp", sagte sie mit Blick auf die Umfragen. In Frankfurt am Main warb SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück um Stimmen für einen Politikwechsel.

Insgesamt gehen 34 Parteien mit annähernd 4500 Kandidaten ins Rennen. Sicher ist, dass Union (2009: 33,8 Prozent), SPD (23), Linkspartei (11,9) und Grüne (10,7) wieder ins Parlament kommen. Die FDP, die vor vier Jahren ein Rekordergebnis von 14,6 Prozent holte, muss zittern. Entscheidend könnte sein, ob es die AfD auf Anhieb ins Parlament schafft. Die Piraten haben trotz Erfolgen bei Landtagswahlen kaum Chancen. Als mitentscheidend für den Ausgang gilt die Wahlbeteiligung, die 2009 bei 70,8 Prozent lag. Kanzlerin Merkel gibt ihre Stimme heute in Berlin ab, Herausforderer Steinbrück wählt in Bonn.

Die ersten Prognosen der großen Fernsehsender gibt es mit Ende der Stimmabgabe um 18.00 Uhr, gefolgt von den Hochrechnungen. Das vorläufige amtliche Endergebnis soll es in der Nacht geben.

sas/ins/kng/tkr/DPA/AFP/Reuters / DPA / Reuters