HOME

Hitler-Vergleich: SPD-Politiker Voigt legt nach

Neue Runde im Streit zwischen der SPD und der Linken: Erst rückt Helmut Schmidt Oskar Lafontaine in die Nähe von Adolf Hitler. Dann nennt die Linkspartei den Ex-Kanzler alterssenil. Und jetzt vergleicht der SPD-Politiker die Linke mit der rechtsextremen NPD.

Nach dem Lafontaine-Hitler-Vergleich von Altkanzler Helmut Schmidt (SPD) haben die Sozialdemokraten die Partei Die Linke erneut mit der extremen Rechten auf eine Stufe gestellt: Der Koordinator der Bundesregierung für deutsch-amerikanische Beziehungen, Karsten Voigt, rückte die außenpolitische Linie der Linkspartei in die Nähe der NPD. Trotz gegensätzlicher Ideologien gebe es in der praktischen Konsequenz "bei vielen außenpolitischen Themen eine Übereinstimmung zwischen Lafontaine, der Linkspartei, der NPD und den französischen Rechtsextremen von Jean-Marie Le Pen", sagte der SPD-Politiker in der "Saarbrücker Zeitung". Neben der kritischen Distanz zur Nato sei die Linkspartei "wie die deutschen und französischen Rechtsextremen gegen alle Europaverträge und gegen die Einführung des Euro" gewesen.

Linksparteichef Lafontaine habe zudem offenbar ein gestörtes Verhältnis zu Israel, wenn er Verständnis für das Streben des Iran nach Atomwaffen äußere, zitiert die Zeitung Voigt. "Solange die Linkspartei diesen außenpolitischen Kurs beibehält, ist dies der entscheidende Grund, warum auf Bundesebene anders als auf Landesebene keine Koalition zwischen SPD und Linke möglich ist."

Die außenpolitischen Ziele der Linken würden Deutschland "in die völlige Isolierung von allen europäischen Nachbarn führen", meinte der 67-Jährige. Insofern sei die Kritik von Altkanzler Schmidt an Lafontaine gerechtfertigt.

Schmidt hatte Lafontaine in der "Bild am Sonntag" in einem Atemzug mit Adolf Hitler und dem französischen Rechtsextremisten Le Pen genannt. Die Linkspartei hatte dem 89-jährigen Altkanzler daraufhin Senilität vorgeworfen und von einem moralischen Abstieg der SPD gesprochen.

AP / AP