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IG-Metall-Vize Huber:: "Dies ist nicht die Zeit der krachenden Tarifrunden"

Hamburg - IG-Metall-Vize Berthold Huber sieht als wichtigste Aufgabe der Gewerkschaft angesichts drohender Produktionsverlagerungen und Betriebsschließungen, "in den einzelnen Betrieben um die Jobs zu kämpfen". In einem Interview mit dem stern sagte Huber: "Dies ist nicht die Zeit der krachenden Tarifrunden." Die Zeiten des permanenten Zuwachses seien erst einmal vorbei. Huber räumt ein, dass der Streik als "Druckmittel in einer globalisierten Ökonomie erheblich an Schärfe verloren" habe.

Scharf wies Huber im stern-Interview die Forderungen des BDI-Präsidenten Michael Rogowski zurück, die Mitbestimmung einzuschränken: "Eine Mitbestimmung am Katzentisch, wie Rogowski sie sich ausmalt, werden die Gewerkschaften niemals mittragen. Es wird doch wohl niemand glauben, dass wir als Alibi für das ungehinderte Schalten und Walten der Geschäftsleitungen herhalten."

Beim Streit um die Mitbestimmung gehe es nach Hubers Überzeugung auch um eine Grundsatzfrage: "Wollen wir in einer Welt leben, in der allein der Faktor Kapital das Sagen hat? Ich will das nicht." Huber warnte: "Wenn sich Leute wie Rogowski durchsetzen, wird das zu einer echten Radikalisierung im Verhältnis zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgeben führen – mit all den Verrücktheiten, die niemand wollen kann."

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