VG-Wort Pixel

Informelle Bewerbung Steinbrück wollte selbst Sparkassen-Präsident werden


Mit seiner Aussage, ein Sparkassen-Chef verdiene mehr als die Kanzlerin, hat Peer Steinbrück für Diskussionsstoff gesorgt. Die FAS fand nun heraus: Steinbrück wollte mal Sparkassen-Präsident werden.

SPD-Kanzlerkandidat #Link;http://www.stern.de/politik/deutschland/peer-steinbrueck-90250603t.html;Peer Steinbrück# wollte einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" zufolge selbst einmal Sparkassen-Chef werden. Steinbrück habe sich im August 1998 informell darum beworben, die Nachfolge des Präsidenten des schleswig-holsteinischen Sparkassen- und Giroverbandes anzutreten, berichtete die "FAS" unter Berufung auf eigene Recherchen. Der Posten sei damals mit 400.000 Mark dotiert gewesen - mehr als die Ministerpräsidentin #Link;http://www.stern.de/politik/deutschland/heide-simonis-90375088t.html;Heide Simonis# verdiente.

Steinbrücks Kandidatur sei jedoch von seiner eigenen Partei hintertrieben worden, schrieb die Zeitung: Simonis unterstützte den Flensburger Oberbürgermeister und SPD-Mann Olaf Cord Dielewicz, der von der Verbandsversammlung mit Zweidrittelmehrheit gewählt wurde. Steinbrück war zu der Zeit Wirtschaftsminister in Schleswig-Holstein, hatte sich aber mit der Ministerpräsidentin entzweit.

"Natürlich kann man davon gut leben"

Der SPD-Kanzlerkandidat hatte vergangene Woche das Kanzlergehalt mit dem von Sparkassen-Direktoren verglichen und für zu niedrig befunden. Dafür erntete er viel Kritik. Im "Tagesspiegel am Sonntag" räumte der Sozialdemokrat ein, dass seine Äußerung bei Geringverdienern missverstanden werden könnte. "Natürlich kann man davon gut leben", vor allem aus der Perspektive einer allein erziehenden Frau mit 1000 Euro monatlich, sagte er.

Den Eindruck erweckt zu haben, er selbst sei unzufrieden mit dem Einkommen für die Position des Kanzlers, auf die er sich bewirbt, wehrte Steinbrück entschieden ab. "Das ist wirklich Unfug", sagte er der Zeitung. Wem die Entlohnung nicht reiche, der sollte sich nicht bewerben. Steinbrück betonte, er wolle auch in Zukunft nicht nur laut aussprechen, was opportun erscheint. "Ich sage, was ich denke, und ich tue, was ich sage."

ger/AFP AFP

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker