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Integrationsgipfel Regierung will für mehr Sprachkurse sorgen


Die Kanzlerin spricht von einem "guten Gipfel", doch die Ergebnisse muten schmal an: Beim Treffen von Vertretern aus Politik und Gesellschaft zum Thema Integration kündigt Angela Merkel an, den Bedarf an Sprachkursen decken zu wollen. Das wird mehrere Jahre dauern.

Auf dem vierten Integrationsgipfel berieten 120 Vertreter von Bund, Ländern und Migrantenverbänden über einen Aktionsplan, mit dem bisherige Gipfelbeschlüsse konkretisiert werden sollen. Bundeskanzlerin Angela Merkel wertet das Treffen als Erfolg und spricht von einem „guten Gipfel“. Gleichzeitig wies die Kanzlerin aber darauf hin, dass der Weg zur besseren Integration noch lange nicht zu Ende sei.

So will die Bundesregierung dafür sorgen, dass in den kommenden fünf bis sieben Jahren der Bedarf an Integrationskursen in Deutschland gedeckt wird. In diesem Zeitraum solle den schätzungsweise 1,8 Millionen Interessenten ein entsprechendes Angebot gemacht werden, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Damit werde in einem Zeitraum von insgesamt zehn Jahren das erreicht, was zuvor "in 30 Jahren versäumt worden ist".

Mehr Migranten im öffentlichen Dienst

In jüngster Vergangenheit hatten Experten in der Diskussion um sogenannte Integrationsverweigerer kritisiert, dass für die zum Teil verpflichtenden Integrationskurse nicht in ausreichendem Maße Geld zur Verfügung stehe. Deshalb gebe es bereits lange Wartelisten mit Interessenten.

Merkel sprach sich zudem dafür aus, mehr Migranten im öffentlichen Dienst zu beschäftigen. Hier gebe es eine Menge Nachholbedarf, sagte die Kanzlerin. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) sagte, es reiche dabei nicht aus, auf Bewerbungen von Migranten zu warten. Vielmehr müsse etwa in die Schulen gegangen werden, um junge Männer und Frauen zu Bewerbungen bei der Bundespolizei zu ermuntern. Er halte aber wenig von einer Quote in diesem Bereich.

Jahrzehntelange Versäumnisse

Die Integrationsbeauftragte Maria Böhmer (CDU) hob die "Brückenfunktion" der Migranten im öffentlichen Dienst hervor, etwa bei Polizei und Lehrern. Sie und Innenminister de Maizière (CDU) wiesen darauf hin, dass Integration und Migranten differenziert betrachtet werden müssen. Jeder 20. Arbeitsplatz in Deutschland stamme von einem Unternehmen eines Migranten, sagte Böhmer.

Die Bundeskanzlerin präzisierte außerdem ihre Aussage, "Multikulti ist gescheitert". Dies gelte insofern, als man in den vergangenen Jahrzehnten davon ausgegangen sei, Integration sei bei einem bloßen Nebeneinanderherleben möglich, sagte sie. Es sei nicht bewusst gewesen, dass Integration vielmehr viel Engagement und Kraft für die Gesellschaft bedeute.

be/DPA/AFP DPA

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