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Jenna Behrends im stern-Interview: "Ich wurde vor bestimmten Abgeordneten regelrecht gewarnt"

Eine SMS, nachts um drei: "Wir würden gut zueinander passen." Sie kam von einem Politiker. Es ist nur eine von vielen Anmachen, die der CDU-Frau Jenna Behrends widerfahren sind. Im Interview mit dem stern spricht sie über Sexismus in allen Parteien.

Jenna Behrends

Nach ihrem vielbeachteten Offenen Brief über "Verleumdungen, Gerüchte und Sexismus" in der CDU hat die Berliner Kommunalpolitikerin Jenna Behrends, 26, mehrere Hundert Mails bekommen, "die meisten positiv", wie sie im stern-Interview sagt. "Aus allen Parteien, egal, ob CDU, SPD, FDP, Grüne oder Linke, hörte ich: Bei uns ist es genauso, aber wir haben das hingenommen."

Eindeutige SMS an Jenna Behrends um drei Uhr nachts

Schon vor drei Jahren habe sie die Debatte über Sexismus in der Politik verfolgt, die die damalige stern-Reporterin Laura Himmelreich ausgelöst hatte, als sie über anzügliche Bemerkungen des früheren Wirtschaftsministers Rainer Brüderle berichtete. "Ich habe früher als Journalistin geschrieben und ähnliche Erfahrungen wie Laura Himmelreich gemacht", so Jenna Behrends im stern.

So habe sie mal einem Politiker ihre Handynummer gegeben. "Er sollte mir durchgeben, wie die Bundestagsfußballmannschaft gespielt hat, aber dann schrieb er nachts um drei Uhr eine SMS: 'Ich habe Deinen Namen und Dein Sternzeichen gegoogelt, wir würden gut zueinander passen.'"

"Der Mann stellt seinen Angestellten nach"

Ein anderes Mal hatte sie einen Termin bei einem Bundesminister, "und der sagte: Ich kann Sie nach Hause bringen, in meinem Dienstwagen ist noch ein Platz frei." Als sie später im Bundestag arbeitete, "wurde ich vor bestimmten Abgeordneten regelrecht gewarnt". Behrends: "Da hieß es: Bewerben Sie sich nicht bei dem Mann, er stellt seinen Angestellten nach."

Lesen Sie das ganze Interview mit Jenna Behrends im neuen stern



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