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CDU-Bundesparteitag Werbeblock in eigener Sache: Auftritt von Jens Spahn sorgt für Irritationen

Jens Spahn
Jens Spahn ist beim CDU-Bundesparteitag zugeschaltet
© Michael Kappeler / DPA
Jens Spahn hat beim digitalen Bundesparteitag der CDU eine Fragerunde zweckentfremdet – er machte lieber Werbung für sich und Armin Laschet. Mit Erfolg: Künftig werden der NRW-Ministerpräsident und Spahn die Partei führen.

Jens Spahn darf sich freuen: Die 1001 Delegierten des CDU-Bundesparteitags haben Armin Laschet zum neuen Vorsitzenden gewählt. Spahn war mit Laschet gemeinsam als Team für das Amt angetreten. Ein Vertrauensbeweis der Partei – doch vor der Wahl sorgte der Bundesgesundheitsminister mit einem digitalen Auftritt für Irritationen.

Nach den Bewerbungsreden der Kandidaten Armin Laschet, Friedrich Merz und Norbert Röttgen bat Generalsekretär Paul Ziemiak zur Aussprache. Die Delegierten bekamen die Möglichkeit, Fragen an die Bewerber zu stellen. Dabei lief technisch nicht alles glatt: Ein Delegierter schaffte es bei dem digitalen Parteitag nicht, sein Mikrofon anzustellen. Jens Spahn war klar und deutlich zu hören – mit einer Art zweiter Bewerbungsrede für Laschet.

Jens Spahn nutzt Fragerunde für Werbeblock

"Ich möchte weniger eine Frage stellen als eine beantworten", eröffnete Spahn seinen Redebeitrag und erklärte dann, warum er Laschet unterstützt. "Er lebt Zusammenhalt", warb der 40-Jährige für den Ministerpräsidenten aus Nordrhein-Westfalen. Mit Laschet gebe es "Kontinuität beim Regieren" ebenso wie "neue Impulse".

CDU-Bundesparteitag: Werbeblock in eigener Sache: Auftritt von Jens Spahn sorgt für Irritationen

Eine Frage an einen der Kandidaten war wie angekündigt nicht zu hören. Das sorgte bei den Beobachtern des Parteitags im Netz für Verwunderung – noch mehr Erstaunen machte sich aber darüber breit, dass ein mittelbar zur Wahl stehender Politiker die Möglichkeit bekam, während der Fragerunde für seinen Favoriten Werbung zu machen. Einige User warfen der Parteitagsleitung vor, sich nicht neutral zu verhalten.  

Machte auch Merkel Werbung für Laschet und Spahn?

Schon am Tag zuvor war darüber spekuliert worden, ob sich Angela Merkel in ihrem Grußwort für das Duo Laschet/Spahn ausgesprochen hatte. "Ich wünsche mir, dass ein Team gewählt wird, das die Geschicke unserer stolzen Volkspartei in die Hand nimmt und dann gemeinsam mit allen Mitgliedern die richtigen Antworten für die Aufgaben der Zukunft findet", hatte die Bundeskanzlerin gesagt. Lediglich Laschet und Spahn waren ausdrücklich als Team angetreten.

Am Ende hat der kleine Werbeblock Jens Spahn und Armin Laschet nicht geschadet – zumindest nicht so, wie es einige Beobachter zunächst vermuteten. Der NRW-Ministerpräsident setzte sich in der Stichwahl gegen seinen Konkurrenten Friedrich Merz durch und wird künftig die Geschicke der CDU führen. Spahn steigt zum Vize-Vorsitzenden der CDU auf. Allerdings schaffte es der Bundesgesundheitsminister mit dem mit Abstand schlechtesten Ergebnis aller Kandidaten in das Führungsamt.


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