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Anstieg nach Pegida-Demos: 150 Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte in einem einzigen Jahr

Volksverhetzung und Brandanschläge: Die Gewalt gegenüber Flüchtlingen hat im Jahr 2014 stark zugenommen. Besonders seit den Pegida-Demonstrationen werden Flüchtlinge Opfer von Attacken.

Im mittelfränkischen Vorra brannten im Dezember drei Flüchtlingsunterkünfte nieder. An der Hauswand wurden Hakenkreuze entdeckt.

Im mittelfränkischen Vorra brannten im Dezember drei Flüchtlingsunterkünfte nieder. An der Hauswand wurden Hakenkreuze entdeckt.

Die Zahl der Übergriffe auf Flüchtlingsunterkünfte in Deutschland ist laut einem Bericht des Berliner "Tagesspiegel" im vergangenen Jahr massiv gestiegen. Demnach versechsfachte sich die Zahl der Attacken von 2012 auf das Jahr 2014. Das ergab eine Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken, aus der die Zeitung zitiert. Besonders stark war der Anstieg demnach in den letzten drei Monaten des vergangenen Jahres.

Dem Bericht zufolge gab es 2012 noch 24 Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte, im Jahr 2013 schon 58 Angriffe und im vergangenen Jahr 150 Angriffe. Gezählt wurden Brand- und Sprengstoffanschläge auf Gebäude ebenso wie tätliche Angriffe auf die Menschen darin und volksverhetzende Parolen gegen sie.

Die Menschenrechtsorganisationen "Pro Asyl" und die "Amadeo Antonio Stiftung" hatten bereits im Janur einen Anstieg der Gewalttaten gegen Flüchtlinge dokumentiert. Sie zählen 153 Fälle zu Angriffen auf Flüchtlingsunterkünfte und 77 tätliche Angriffe im Jahr 2014.

Mehr Angriffe in Zeiten von Pegida

In dem von der politischen Diskussion über die Flüchtlingspolitik und dem Aufkommen der islamkritischen Pegida-Bewegung besonders stark geprägten vierten Quartal des vergangenen Jahres gab es dem Bericht zufolge 67 solcher Attacken, das waren mehr als in den gesamten Jahren 2012 und 2013 und bedeutete einen sprunghaften Anstieg.

Im ersten Quartal von Januar bis März hatte es demnach noch 32 Angriffe gegeben, im zweiten Quartal von April bis Juni 22 Delikte und im dritten Quartal von Juli bis September 29 Delikte. Die Zahlen seien jedoch nicht endgültig, weil die Länderbehörden immer eine Frist zu Nachmeldungen haben.

las/AFP / AFP