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Merkel und das Flüchtlingsmädchen: Die Kanzlerin verdient Respekt für ihre Reaktion

Ist Angela Merkel tatsächlich kalt und gefühllos, weil sie sich weigert, einem Flüchtlingsmädchen Hoffnung zu machen? Im Gegenteil. Unser Autor findet: Merkel hat sich Respekt verdient.

Ein Kommentar von Volker Königkrämer

Das Netz ist auf der Zinne. Der Grund: Angela Merkel hat bei ihrem Bürgerdialog in Rostock ein Flüchtlingsmädchen getroffen. Und hat es dabei - nach dem Urteil vieler - an der nötigen Zuwendung vermissen lassen.

Die Reaktion war vorhersehbar. Als "Schande für Ihr Amt und für die Gesellschaft" wird Merkel bezeichnet, als "verlogenes Mistweib" angepöbelt, "kalt wie eine Hundeschnauze", einfach nur "widerwärtig". Wer das alles nachlesen will: Bei Twitter gehört #merkelstreichelt längst zu den trending Topics.

Wenn Politik auf Wirklichkeit trifft

Mir geht diese wohlfeile Empörung gehörig auf die Nerven. Mehr noch: Mir nötigt Merkels Reaktion tatsächlich so was wie Respekt ab!

Wie heißt es bei Plasberg immer so schön: "Wenn Politik auf Wirklichkeit trifft". Exakt das passiert Merkel bei ihrem Bürgerdialog in Rostock. Hier: das Flüchtlingsmädchen aus dem Libanon mit seiner traurigen Geschichte - da die Kanzlerin, deren Politik dafür sorgt, dass Reem und ihre Familie womöglich abgeschoben werden.

Für professionelle Politiker ist das die Hölle. Weil sie nur verlieren können. Denn was sind die Alternativen? Sich in Stanzen flüchten. Oder populistische Versprechungen zu machen. Man möchte gar nicht wissen, wie ölig Volkstribunen vom Schlage 'Gerhard Schröder sich aus der Affäre gezogen hätten. Wie sie ihren Referenten Name und Adresse der Familie hätten aufnehmen lassen und Beifall heischend verkündet hätten: "Ich verspreche ihnen, dass Sie und Ihre Familie in Deutschland bleiben dürfen." Und by the way: Wie ihnen das Netz ihren Populismus um die Ohren gehauen hätte.

Merkel duckt sich nicht weg

Merkel immerhin, das zeigt auch die Langfassung des Videos bei der FAZ, duckt sich nicht weg vor dem Dilemma. Sie nimmt Reem und das Schicksal ihrer Familie ernst, ohne ihre Politik zu verraten. Das finde ich zumindest anerkennenswert. Für ihre Verhältnisse zeigt sie sogar so etwas wie Empathie - auch wenn sie dabei, wie bei ihr üblich, immer etwas linkisch aussieht.

In Wahrheit verrutschen hier grade gehörig die Ebenen. Kaltherzig und millionenfacher Empörung wert ist die Asylpolitik Europas, die zigtausende Flüchtlinge im Mittelmeer verrecken lässt. Geprügelt gehört auch der Verantwortliche für den Blog des Bürgerdialogs, der dort die Tränen von Reem wider besseren Wissens der Aufregung über ihr Schicksal zuschreibt.

Sich aber über Merkels mangelnde Zugewandheit aufzuregen, ist billiges Politiker-Bashing. Es verhilft Reem und ihrer Familie nicht zum Bleiben, aber es sorgt im Chor der Blöden für ein gutes Gefühl.

Oder, wie es "Funkenstrahlen" auf Twitter ausdrückt:

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Themen in diesem Artikel
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Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.