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Nach 20 Jahren: Anwalt will Fall Barschel neu aufrollen lassen

Knapp 20 Jahre nach dem Tod des früheren schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten Uwe Barschel (CDU) verlangt der Anwalt der Familie die Wiederaufnahme der Ermittlungen. Bis heute ist der Fall ungeklärt, 1998 wurden die Ermittlungen eingestellt.

Nach Angaben der "Bild am Sonntag" hat der Jurist Justus Warburg die Generalbundesanwältin Monika Harms aufgefordert, "im Fall Barschel strafrechtliche Ermittlungen in eigener Regie aufnehmen". Ein Sprecher der Bundesanwaltschaft bestätigte auf Anfrage der Zeitung, das Schreiben liege vor und werde geprüft. Nach Informationen des Blattes hat die Generalbundesanwältin den schleswig-holsteinischen Generalstaatsanwalt Erhard Rex bereits schriftlich um eine Stellungnahme gebeten.

Barschels Leiche war am 11. Oktober 1987 in einer Genfer Hotelbadewanne gefunden worden. In jahrelangen Ermittlungen konnte nicht bewiesen werden, ob der CDU-Politiker getötet wurde oder sich das Leben nahm. Er starb an Medikamentenvergiftung. Barschels Witwe Freya und sein Bruder Eike waren immer überzeugt, Uwe Barschel sei ermordet worden. 1998 hatte die Lübecker Staatsanwaltschaft das Todesermittlungsverfahren (Aktenzeichen 33247/87) eingestellt.