Nach Studentenprotesten Länder wollen Bachelor-Studiengänge entschärfen


Die seit Monaten anhaltenden Studentenproteste zeigen offenbar Wirkung. Die Bundesländer wollen die Bedingungen für die umstrittenen Bachelor- und Master-Studiengänge verbessern. Ein Treffen der Kultusminister wird von neuen Demonstrationen begleitet.

Seit Monaten machen Deutschlands Studenten ihrem Unmut über die Studienbedingungen an Deutschlands Hochschulen mit Demonstrationen oder Besetzungen Luft. Auch an diesem Donnerstag wird es in Bonn am Rande der Kultusministerkonferenz (KMK) eine Großdemo geplant, an der auch Schüler und Lehrer teilnehmen werden. Erwartet werden mehrere tausend Teilnehmer. Im Zentrum der Kritik steht dabei die Bologna-Studienreform, in deren Rahmen die neuen Bachelor- und Masterstudiengänge eingeführt wurden. Und die Proteste scheinen Wirkung zu zeigen.

Denn die Bundesländer wollen nun bei den umstrittenen Bachelor- und Master-Studiengänge nachbessern. So soll die Prüfungsbelastung verringert und die Regelstudienzeit flexibel gehandhabt werden, wie aus einem Eckpunktepapier der Kultusministerkonferenz hervorgeht. Bei der Zusammenkunft der Kultusminister ist auch ein Treffen mit dem Präsidium der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) geplant.

Höchstens 39 Stunden Arbeitsbelastung

Die Kultusminister verweisen in ihrem Papier ausdrücklich darauf, dass ein Bachelor-Studium zwischen sechs und acht Semestern sowie ein darauf aufbauendes Master-Studium zwischen zwei und vier Semestern dauern kann. Die Gesamt-Regelstudienzeit soll aber in der Regel nicht mehr als zehn Semester betragen, also fünf Jahre. Die Studiengänge sollen nach den Vorstellungen der Minister zudem so gestaltet werden, dass Zeit für Aufenthalte an anderen Hochschulen vorhanden ist.

Die Prüfungsbelastungen sollen nach dem Willen der Kultusminister reduziert werden. Der Prüfungsumfang sei auf das "notwendige Maß" zu beschränken, heißt es in der Vorlage. Die Minister geben als Richtschnur für die Studenten zudem vor, dass die Arbeitsbelastung im Schnitt bei 32 bis 39 Stunden pro Woche liegen soll.

AFP AFP

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