VG-Wort Pixel

Wegen Terrordrohung gegen Pegida Polizei in Dresden verbietet für Montag alle Demos


Die Polizei hat für Montag alle öffentlichen Versammlungen in Dresden wegen Terrorgefahr verboten. Die Pegida-Demo ist abgesagt. Der Chef des Anti-Islam-Bündnisses soll Morddrohungen erhalten haben.

Das Anti-Islam-Bündnis Pegida hat nach islamistischen Terrordrohungen seine für diesen Montag geplante Kundgebung in Dresden abgesagt. Das teilte das Bündnis am Sonntag auf seiner Facebook-Seite mit. Zuvor hatte "Bild.de" über die Absage berichtet.

Es gebe Hinweise des Staatsschutzes, dass auf ein Mitglied des Organisations-Teams während der Kundgebung ein Attentat verübt werden solle, erklärten die Veranstalter. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur richten sich die Drohungen gegen Pegida-Chef Lutz Bachmann. Demnach gab es am Freitag entsprechende Hinweise ausländischer Geheimdienste an die deutschen Behörden.

Die Polizei in Dresden teilte am Sonntag mit, dass wegen konkreter Anschlagsdrohungen gegen die Anti-Islam-Bewegung Pegida für Montag alle öffentlichen Versammlungen unter freiem Himmel verboten worden seien.

Die Pegida-Organisatoren erklärten, kurzfristig habe kein befriedigendes Sicherheitskonzept erarbeitet werden können. "Daher halten wir es für unverantwortlich, unsere Sympathisanten und unsere Stadt unkalkulierbaren Risiken auszusetzen."

Auch der Spiegel hatte über Warnungen von Sicherheitsbehörden berichtet, die Pegida-Demonstrationen könnten Ziel von islamistischen Anschlägen sein. Im Visier haben Islamisten demnach auch die Bahnhöfe von Berlin und Dresden.

"Bild.de" zufolge soll auch der Auftritt von Sprecherin Kathrin Oerthel (36) am Sonntagabend bei Günther Jauch entfallen.

Pegida organisiert seit Mitte Oktober regelmäßig Demonstrationen gegen eine vermeintliche Islamisierung des Abendlandes und eine Verschärfung des Asylrechts. Zuletzt kamen am vergangenen Montag nach Polizeiangaben rund 25.000 Menschen zur Demo nach Dresden.

Die Anti-Pegida-Seite "Probiotische Europäer gegen das deutsche Abendland" twitterte daraufhin scherzhaft:

Mit dem Tweet spielen die Gegner der Pegida-Bewegung auf eine Meldung der satirischen Nachrichtenseite "Postillion" an. Anfang Januar hatte diese berichtet, dass die Verantwortlichen der Pegida-Bewegung in Dresden wegen interner Differenzen den Aufmarsch abgesagt hätten. Mit der Meldung hatte die Onlineseite für Verwirrung gesorgt.

lea/DPA/AFP/Reuters DPA Reuters

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker