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Neuer EKD-Ratsvorsitzender Es ist ein Bayer


Heinrich Bedford-Strohm ist neuer Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche. Das Kirchenparlament wählte den bayerischen Landesbischof mit großer Mehrheit an die Spitze der Protestanten.

Der bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm ist neuer Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland. Auf der EKD-Synode in Dresden bekam der 54-Jährige am Dienstag 106 von 125 Stimmen. Bedford-Strohm tritt damit die Nachfolge von Nikolaus Schneider an, der sich wegen einer Krebserkrankung seiner Frau vorzeitig aus dem Amt als oberster Repräsentant der 23 Millionen Protestanten in Deutschland zurückgezogen hatte.

Bedford-Strohm ist zunächst für ein Jahr gewählt, in einem Jahr tritt eine neue Synode zusammen und wählt dann für sechs Jahre einen Ratsvorsitzenden. Es gilt als sicher, dass der neue Ratsvorsitzende im kommenden Jahr für die dann vollständige Amtszeit bestätigt wird. Nach seiner Wahl dankte der neue Ratsvorsitzende zunächst Schneider für dessen Wirken.

Zeichen der Geschlossenheit der EKD

Die evangelische Kirche befindet sich derzeit in der heißen Phase zur Vorbereitung des Reformationsjubiläums im Jahr 2017. Die Präses der EKD-Synode, Irmgard Schwaetzer, erklärte, die Vorbereitungen für den 500. Jahrestag der Reformation Martin Luthers bräuchten nun die volle Aufmerksamkeit. Sie wertete die Wahl Bedford-Strohms als Zeichen der Geschlossenheit der EKD zu einem Zeitpunkt, wo die Präsenz der Kirche in ethischen Grundsatzfragen mehr denn je gefragt sei.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, schrieb in einem Brief an den neuen Ratsvorsitzenden, er sei zuversichtlich, dass das gute ökumenische Miteinander mit diesem auch in seinem neuen Amt seinen Fortgang finde. Es gebe zum eingeschlagenen Weg der Ökumene und der Versöhnung keine Alternative. "Diesen Weg möchte ich in der uns beiden nun übertragenen Verantwortung gemeinsam mit Ihnen gehen und hoffe, dass wir in Ihrer Amtszeit als Ratsvorsitzender der EKD gute Schritte vorankommen." Die EKD und die Bischofskonferenz sollten den bisherigen Weg fortsetzen und ein "kräftiges ökumenisches Zeugnis" nach außen und innen ablegen.

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer würdigte den Landesbischof als "eine Führungspersönlichkeit, die sich durch eine klare Haltung in sozialen und ethischen Fragen, politisches Bewusstsein und Eloquenz, zugleich aber auch durch ein gewinnendes Wesen auszeichnet". Sein Einsatz für die Ökumene und sein engagiertes Eintreten für bedrohte und verfolgte Menschen zeigten einen überzeugenden Repräsentanten seiner Kirche, der mit seinem modernen, kommunikativen Stil auch vielen jungen Menschen den Glauben nahe bringen könne.

mka/AFP AFP

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