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Stimmabgabe am Sonntag Noch unentschlossen? Der Wahl-O-Mat zur Bundestagswahl 2021 und acht Alternativen

Wahlomat 2021 zur Bundestagswahl
Der Wahl-O-Mat zur Bundestagswahl 2021 soll bei der Entscheidung helfen. Es gibt auch alternative Angebote
© Screenshot Wahl-o-mat.de
Wissen Sie schon, wer am 26. September bei der Bundestagswahl Ihre Stimme bekommt? Falls nein: Der Wahl-O-Mat und andere Angebote könnten bei der Entscheidung helfen.

Was soll ich wählen? Welche Partei steht für was? Diese Fragen treiben derzeit unzählige Deutsche um. Denn es gibt viele Themen, über die in Deutschland gestritten und diskutiert wird: Klimaschutz etwa. Oder Mobilität. Nicht zuletzt der Umgang mit der Corona-Pandemie. Wer sich in den kommenden Jahren um Lösungen kümmern soll, entscheiden die Wähler:innen am 26. September bei der Bundestagswahl 2021. Welche Positionen die einzelnen Parteien vertreten, steht zum einen in ihren Programmen. Verknappt auf einzelne Thesen finden sich Antworten auf die drängenden Fragen aber auch im Wahl-O-Mat der Bundeszentrale für politische Bildung, der die Wahlentscheidung erleichtern soll. Die Anwendung gibt es als App oder hier als Online-Angebot im Browser

Wie funktioniert der Wahl-O-Mat 2021?

Den Nutzer:innen werden verschiedene Positionen zu aktuellen Themen präsentiert, die mit "Stimme zu", "Stimme nicht zu" oder "Neutral" beantwortet werden. Auch Überspringen ist möglich. Themen, die besonders wichtig erscheinen, können markiert werden. Diese werden doppelt bewertet. Im letzten Schritt entscheiden sich die User:innen für die Parteien, die bei der Auswertung berücksichtigt werden sollen.

Anhand der Antworten und der gewählten Schwerpunkte ermittelt der Wahl-O-Mat schließlich, welche Partei am besten passt. Bei Entscheidungsschwierigkeiten können im Nachhinein die jeweiligen Stellungnahmen der Parteien zu den einzelnen Thesen helfen. 

Das sind die Tücken des Wahl-O-Mat

Themenkomplexe werden oft auf eine einzige These reduziert. Dazu kommt: Gerade die kleinen Parteien konzentrieren sich möglicherweise auf ein oder zwei Kernthemen. Sind dem Wähler oder der Wählerin genau diese Themen wichtig, gibt es eine Übereinstimmung. Andere − ebenfalls bedeutsame − Themen, rücken dann aber gegebenenfalls in den Hintergrund, wenn sich die Partei nicht dazu positioniert.

Alternative Angebote zur Entscheidungsfindung

Neben dem "Wahl-O-Mat" gibt es noch weitere Apps und Internetseiten, die Unentschlossenen bei der Entscheidungsfindung für das Kreuz in der Wahlkabine helfen sollen:

Wahl-Kompass

Der Wahl-Kompass wurde an der Universität Münster entwickelt und soll Unentschlossenen eine wissenschaftliche Entscheidungshilfe anbieten. Nach Angaben der Uni werden Wahlkampf-Themen in zwei Bereiche aufgeteilt: "Auf der Längsachse wird zwischen progressiv-ökologischen und konservativ-traditionellen Positionen unterschieden. Die Querachse unterscheidet zwischen Positionen, die entweder auf eine stärkere Umverteilung oder eine stärkere Eigenverantwortung setzen", heißt es. 30 Thesen gilt es zu beantworten, danach errechnet der Wahl-Kompass eine individuelle politische Position. Diese kann mit denen der Parteien verglichen werden. Darüber hinaus werde auch ein Ranking berechnet, das die prozentuale Übereinstimmung mit den Parteien zeigt. Zum Wahl-Kompass geht es hier.

WahlSwiper

Im Stil der Dating-App "Tinder" entwickelte Anwendung, bei der Nutzer:innen ihre Meinung zu verschiedenen Thesen per Wischbewegungen kundtun. Der Unterschied zum Wahl-O-Mat: Es sind nicht alle Parteien in der Auswertung vertreten, die bei der Bundestagswahl auf Stimmenfang gehen. Außerdem gibt es die Antwortmöglichkeit "Neutral" nicht. Initiiert wurde das Projekt 2017 von der Agentur Movact, mittlerweile gibt es eine Kooperation mit der Universität Freiburg. Für Android und iOS in den jeweiligen Appstores verfügbar oder im Browser unter voteswiper.org.

DeinWal.de

Einen ganz anderen Ansatz verfolgt das von drei Privatpersonen initiierte und betriebene Portal "DeinWal.de". Aus den realen Abstimmungen im Bundestag der laufenden Legislaturperiode hat das Trio hinter dem Angebot Fragen zu unterschiedlichen Themengebieten gegliedert, die der Nutzer mit "Ja" oder "Nein" beantwortet. Auch eine Enthaltung ist möglich. Die anschließende Auswertung zeigt, welche Partei in den meisten Fällen wie man selbst abgestimmt hat. Tatsächliche Entscheidungen also, statt unverbindliche Wahlversprechen. Der einzige Haken: Die Positionen kleinerer Parteien fehlen, da sie in der letzten Legislaturperiode nicht im Parlament vertreten waren.

Entscheidungshilfen mit besonderem Themenfokus

Neben den "Generalangeboten" gibt es auch Online-Entscheidungshilfen, die den Fokus auf ein bestimmtes Thema legen. Zum Beispiel: 

Klimawahlcheck 2021 (Klimaschutz und Klimawandel, initiiert von der Klimaallianz, dem Nabu und dem Verein German Zero)

Wahltraut(Gleichberechtigung, Anti-Rassisimus, Inklusion, Feminismus, angeboten von der Initiative #stattblumen) 

Sozial-O-Mat (Soziale Themen, bereitgestellt von der Diakonie Deutschland)

Agrar-O-Mat (Landwirtschaftliche Themen, bereitgestellt vom Fachportal "Agrar heute")

Steuer-O-Mat (Steuerpolitik, angeboten vom Institut der deutschen Wirtschaft in Köln und dem Unternehmen Smartsteuer)

Stimmabgabe am Sonntag: Noch unentschlossen? Der Wahl-O-Mat zur Bundestagswahl 2021 und acht Alternativen

Im Video: So funktioniert die Briefwahl in Deutschland. 

rös / sve

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