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Sofortige Strafe NRW führt 150-Euro-Bußgeld für Verstoß gegen Maskenpflicht in Bus und Bahn ein

150-Euro-Bußgeld in NRW für Verstoß gegen Maskenpflicht in Bus und Bahn
Reisende stehen im Hauptbahnhof an einem Zug. Fahrgäste in Bussen, S-Bahnen oder Straßenbahnen in Nordrhein-Westfalen, die keinen Atemschutz tragen, müssen künftig 150 Euro an Bußgeld zahlen. 
© Paul Zinken / DPA
NRW-Verkehrsminister Wüst will "keine lange Diskussion mehr mit Masken-Muffeln" - bei Verstößen gegen die Maskenpflicht in Bussen und Bahnen soll sofort ein Bußgeld fällig werden.

Fahrgäste in Bussen, S-Bahnen oder Straßenbahnen in Nordrhein-Westfalen, die keinen Atemschutz tragen, müssen künftig 150 Euro an Bußgeld zahlen. Schon beim ersten Verstoß gegen die Maskenpflicht werde ein sofortiges Bußgeld in dieser Höhe fällig, kündigte Landesverkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) in der Düsseldorfer "Rheinischen Post" vom Mittwoch an. Wer ohne Mund-Nasen-Schutz erwischt werde, "muss an der nächsten Haltestelle 'raus und zahlen."

Bisher werden Bußgelder in NRW nur erhoben, wenn Fahrgäste sich trotz Aufforderung weigern, die Maske aufzusetzen. Künftig werde es "keine lange Diskussion mehr mit Masken-Muffeln" geben, warnte Wüst. Die Verschärfung solle mit einer Überarbeitung der NRW-Coronaschutzverordnung Mitte nächster Woche in Kraft treten, sagte ein Ministeriumssprecher. Sie gelte dann für alle Züge, auch Fernzüge in NRW. 

Deutsche Bahn in der Kritik 

Die Deutsche Bahn hatte am Montag angekündigt, die Einhaltung der Maskenpflicht in Zügen zum Schutz vor dem Coronavirus notfalls mit Verweisen durchsetzen zu wollen. "Wenn eine Minderheit geltende Regeln missachtet, ist dies für uns nicht hinnehmbar", erklärte der bundeseigene Konzern in Berlin. Bei Fahrgästen, die sich hartnäckig weigern, seien solche Verweise bereits möglich. Zusammen mit der Bundespolizei werde dies auch "konsequent" umgesetzt. 

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) pflichtete bei: "Die Maskenpflicht gilt ohne Wenn und Aber." Die Grünen und die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) forderten weitergehende Schritte.

Die Bahn betonte: "Nach wie vor hält sich die große Mehrheit der Reisenden an die Maskenpflicht." Weigerten sich Fahrgäste nach wiederholter Aufforderung, sei das nicht zu akzeptieren. Dann werde der Fahrgast am nächsten Halt aus dem Zug gebeten, sagte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums - gegebenenfalls komme die Bundespolizei hinzu und zeige Verstöße auch an. 

Deutsche Bahn soll für Abstand in Zügen sorgen 

Grünen-Bahnexperte Matthias Gastel beklagte, während seiner Fahrten in Fernzügen habe er "kein einziges Mal" wahrgenommen, "dass das Bahnpersonal Reisende ohne Maske auf ihr Fehlverhalten anspricht". Er forderte eine "klare Zuständigkeit der Bundespolizei", wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtete. Darüber hinaus solle das Reservierungssystem so umgestellt werde, dass es Sitzplätze auf Abstand zuteile. Einzelne Wagen könnten Risikogruppen vorbehalten bleiben. Sparpreis-Tickets solle es nur für gering ausgelastete Züge geben, um nicht mehr Fahrgäste in absehbar volle Züge zu locken.

ivi DPA AFP

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