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Steueraffäre: Nach Hoeneß-Sprüchen: NRW-Justizminister fordert Überprüfung der Bewährung

Die Äußerungen von Uli Hoeneß über seine Steueraffäre haben NRW-Justizminister Thomas Kutschaty auf den Plan gerufen. Er fordert eine Überprüfung der Bewährung. Doch die Chancen darauf sind gleich Null.

Uli Hoeneß steht im Janker in einem dunklen Bierzelt

Uli Hoeneß muss keinen Widerruf seiner Bewährung fürchten

Die Äußerungen von Uli Hoeneß über seine Steueraffäre haben den ersten Politiker auf den Plan gerufen. "Offensichtlich haben 21 Monate in einem bayrischen Luxusknast mit Wochenendurlauben und Aufenthalten in der Schön-Klinik am Starnberger See nicht die gewünschte Wirkung gezeigt. Im Steuerparadies Liechtenstein macht er sich über die ehrlichen Steuerzahler lustig", sagte der nordrhein-westfälische Justizminister Thomas Kutschaty (SPD) der "Bild"-Zeitung. "Er sollte sehr vorsichtig sein. Denn er steht unter Bewährung. Und bei solchen Äußerungen kann man schon den Widerruf der Bewährung prüfen."

Die Bewährung von Uli Hoeneß endet im Februar 2019. Bis dahin besteht seine Strafe fort, aber sie wird nicht vollstreckt. Uli Hoeneß müsste nur wieder ins Gefängnis, wenn er in diesem Zeitraum wieder ähnliche Straftaten begeht: etwa Steuerhinterziehung, Betrug oder Untreue. Auch andere Straftaten "von Gewicht" könnten ihn wieder ins Gefängnis bringen. Vom Landgericht Augsburg wurde Hoeneß nur eine Bewährungsauflage gemacht: Er muss jeden Umzug melden.

Wahlkampf durch den Fall Uli Hoeneß

Wenn Uli Hoeneß seine Sicht der Dinge darstellt, mag das zwar nicht jedem passen - ein Widerruf der Bewährung rechtfertigt das allerdings nicht. Zuständig ist ein Justizminister aus NRW nicht für Ermittlungen in Bayern. Insofern sind die Äußerungen von Kutschaty vor allem eines: Wahlkampfgeplänkel zwei Tage vor der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen.

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tkr